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Wenn der Chef ein Time-out nimmt

Pierin Vincenz lenkt die drittgrösste Bank der Schweiz mit über 10'000 Mitarbeitern. Trotzdem meldet sich der Raiffeisen-Boss für zwei Monate ab. Darf er das? Bjørn Johansson und Matthias Mölleney sind da klarer Meinung.

Sabbaticals sind unter Topmanagern in Mode gekommen. In den letzten Monaten wurden gleich mehrere Fälle bekannt. Aktuell ist Raiffeisen-Boss Pierin Vincenz, der im Herbst eine Auszeit mit seiner Frau nehmen will. Über den Nutzen von mehrmonatigen Time-outs herrscht allerdings Uneinigkeit, wie Gespräche mit Personalexperten und Headhuntern zeigen.

Gegenüber Redaktion Tamedia zeigt sich Matthias Mölleney, Personalfachmann und Präsident der Gesellschaft für Personalmanagement Zürich, von den Plänen Pierin Vincenzs beeindruckt. «Sabbaticals waren in Unternehmensleitungen lange ein Tabuthema. Auszeiten wurden als Schwäche ausgelegt. Dies ist heute allerdings nicht mehr der Fall», sagt Mölleney. Der Trend ginge in die Richtung, dass sich vermehrt CEOs getrauen würden, Time-outs einzufordern. Dies habe nicht zu letzt damit zu tun, dass man vom traditionellen Leistungsgedanken abrücke. «Es ist ein weit verbreiteter Irrglauben, dass die längere Präsenz im Büro automatisch zu mehr Leistung führt», erklärt Mölleney. Zudem ist der Fachmann überzeugt, dass ein Sabbatical eine positive Signalwirkung habe. Intern wie extern. «Der CEO zeigt, dass er seinen Laden im Griff hat», sagt Mölleney.

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