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Wer Branson den Chefposten noch streitig machen könnte

Für die Besetzung des Finma-Direktorenpostens steht Ex-UBS-Mann Mark Branson in der Poleposition. Konkurrenz droht ihm von einem Chefjuristen.

Unterhält gute Kontakte in die Bankenwelt: Mark Branson.
Unterhält gute Kontakte in die Bankenwelt: Mark Branson.

Ex-UBS-Topmann Mark Branson soll neuer Chef der Finanzmarktaufsicht (Finma) werden. Er geniesst breite Unterstützung aus der Finanzbranche, insbesondere die Grossbanken halten grosse Stücke auf ihn. Aber auch innerhalb des Finma-Verwaltungsrats wird er gestützt, er gilt als Topfavorit des Gremiums, wie Recherchen der Zeitung «Schweiz am Sonntag» ergeben haben.

Der Brite, der an der Elite-Uni Cambridge Mathematik studierte, gilt als exzellenter Kommunikator. Auch bei vielen Parlamentariern kommt er deshalb gut an. Dennoch gibt es deutliche Kritik an Branson: Grünen-Nationalrat Daniel Vischer (ZH), Vizepräsident der Finanzkommission, sagt: «Ich habe Branson nichts vorzuwerfen. Aber schon der Umstand, dass er bei der Libor-Untersuchung gegen die UBS in den Ausstand musste, zeigt, dass er nicht Chef werden kann.» Laut der «Schweiz am Sonntag» könnte ihm Daniel Roth das Amt streitig machen. Er ist Chefjurist im Finanzdepartement von Eveline Widmer-Schlumpf (BDP). Zuvor arbeitete Roth acht Jahre lange bei der Finma, zuletzt als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.

Raaflaub soll nicht erste Wahl gewesen sein

Die «NZZ am Sonntag» gab zudem bekannt, dass der in dieser Woche zurückgetretene Direktor der Finanzmarktaufsicht, Patrick Raaflaub, bei seiner Ernennung auf Anfang 2009 nicht erste Wahl war. Das Präsidium der damals neu formierten Behörde hatte sich zunächst für einen anderen Kandidaten entschieden, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf einen der damaligen Entscheidungsträger berichtet. Der Bundesrat habe den Bewerber, der keinen Schweizer Pass besass, jedoch abgelehnt.

Auch sein designierter Stellvertreter, ein Grossbankenvertreter, fiel der Zeitung zufolge bei den Politikern durch. Beides ist angesichts der Frage brisant, ob Raaflaubs bisheriger Stellvertreter Mark Branson zum Chef der Behörde aufsteigen kann: Er ist Brite und hat früher bei der UBS gearbeitet. Branson übernimmt den Posten an der Spitze der Finma ab Februar interimistisch. Falls das Präsidium ihm den Posten dauerhaft übertragen will, muss erneut der Bundesrat zustimmen.

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