Wie Margarita Louis-Dreyfus ihre Macht ausbaut

Die Milliardärin will den Anteil an ihrem Rohstoffkonzern aufstocken. Die Freundin von Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand soll ihre Verwandten ausbezahlen.

Gelten als Paar: Blackrock-Manager und Ex-SNB-Präsident Philipp Hildebrand mit Rohstoffmilliardärin Margarita Louis-Dreyfus.

Gelten als Paar: Blackrock-Manager und Ex-SNB-Präsident Philipp Hildebrand mit Rohstoffmilliardärin Margarita Louis-Dreyfus. Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Sie besitzt Geld, Macht, einen Konzern, einen Fussballclub und hat früh den Ehemann verloren und einen prominenten Ersatz gefunden – Margarita Louis-Dreyfus bietet alles, um für Schlagzeilen zu sorgen.

Derzeit tut die 53-Jährige dies mit ihrem Unternehmen, dem Agrarhandelskonzern Louis Dreyfus Holding. Einen Anteil an der Traditionsfirma hatte sie vor sechs Jahren von ihrem verstorbenen Gatten Robert Louis-Dreyfus geerbt. Das bescherte der gebürtigen Russin, die am Zürichsee wohnt, den Einzug in die Schweizer Reichstenliste. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» schätzt ihr Vermögen aktuell auf 2,5 bis 3 Milliarden Franken.

Der Konzern ist einer der grössten Kaffee-, Zucker- und Weizenhändler. Margarita Louis-Dreyfus besitzt mittlerweile 80 Prozent des auf 6 bis 7 Milliarden Dollar geschätzten Handelsgiganten. Bald soll sie fast die ganze Macht darüber haben.

Familie will ausbezahlt werden

Laut einem Bericht der «Financial Times» hätten Familienmitglieder Margarita Louis-Dreyfus darüber informiert, dass sie 16 Prozent am Agrarkonzern verkaufen wollten. Bei diesen Familienmitgliedern handelt es sich um die beiden Schwestern des verstorbenen Gatten von Margarita Louis-Dreyfus, Monique und Marie-Jeanne Louis-Dreyfus, sowie zwei Cousins. Sie halten derzeit 20 Prozent am Unternehmen.

Erst Anfang Jahr hat Louis-Dreyfus Familienmitglieder ausgekauft und ihren Anteil von 65 auf 80 Prozent erhöht. Die Anteile gehören seit dem Tod ihres Gatten der Familienstiftung Akira, die wiederum ihr und ihren drei Söhnen gehört, für die sie das Unternehmen lenkt. Die Söhne erhalten erst im Alter von 30 Jahren das Recht, in der Familienstiftung mitzuwirken.

Investoren gesucht

Gut unterrichtete Quellen sagen, die Firmenpräsidentin arbeite nun mit Banken daran, die Übernahme zu finanzieren. Ein möglicher Plan bestehe darin, einen strategischen Investor beizuziehen, wie die FT schreibt. Das würde bedeuten, dass die Aktien an einen unabhängigen Vermögensverwalter verkauft würden.

Früher schon hiess es, dass Frau Louis-Dreyfus einen externen Investor ins Unternehmen holen könnte. Als Name tauchte etwa Ivan Glasenberg auf, Chef des Rohstoffkonzerns Glencore, den sie persönlich kennt. Auch Blackrock wurde als möglicher Investor genannt. Zum US-Vermögensverwalter unterhält sie beste Beziehungen. Margarita Louis-Dreyfus und Blackrock-Manager Philipp Hildebrand gelten seit zwei Jahren als Paar.

Für Partner offen

Zum Erben-Auskauf wollte Louis-Dreyfus' Familienstiftung Akira gegenüber der FT keine Stellung nehmen. In einer früheren Stellungnahme liess die Stiftung indes verlauten, sie sei offen dafür, den Anteil an der Rohstoffholding zu erhöhen und auch Partnerschaften mit externen Investoren einzugehen.

Der Rohstoffkonzern ist seit der Gründung im Jahr 1851 in Familienhand. Léopold Louis-Dreyfus, Sohn eines französischen Bauern, hatte das Unternehmen damals gegründet. Er verkaufte französischen Weizen in die Schweiz.

Schicksalsschläge

Margarita Louis-Dreyfus stieg 2009 ins Unternehmen ein, als ihr Ehemann verstarb. Sie führt den Konzern als Präsidentin und hat vor kurzem einen externen Chef installiert. Das soll auch der Grund sein, weshalb die Verwandten ihres verstorbenen Gatten die Anteile verkaufen wollen, heisst es.

Neben dem Rohstoffkonzern hat Louis-Dreyfus von ihrem Mann auch den Fussballclub Olympique Marseille geerbt. Louis-Dreyfus, geborene Margarita Bogdanova, wurde in St. Petersburg geboren, verlor früh ihre Eltern und wuchs bei ihrem Grossvater auf, wie die «Bilanz» schreibt. Sie studierte Jura und Wirtschaft. Mitte der 1980er-Jahre zog sie in die Schweiz.

Erstellt: 30.11.2015, 12:16 Uhr

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