Wie Postfinance-Kunden jetzt Gebühren sparen können

Ab dem neuen Jahr steigen die Gebühren massiv. Doch die Zusatzkosten lassen sich abwenden.

Teures neues Jahr für Postfinance-Kunden: Die Kontoführungsgebühren steigen auf 60 Franken jährlich.

Teures neues Jahr für Postfinance-Kunden: Die Kontoführungsgebühren steigen auf 60 Franken jährlich. Bild: Christian Beutler/Keystone

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Es bleiben noch wenige Tage. Ab dem neuen Jahr gilt der neue Gebührenkatalog von Postfinance. Künftig bezahlt auch ein Kunde mit einem Vermögen von mehr als 7500 Franken für die Kontoführung 5 Franken pro Monat. Monatliche Kontoauszüge auf Papier kosten neu monatlich 1 Franken. Die Saldoauskunft am Telefon oder am Postschalter schlägt künftig mit 4 Franken zu Buche. Bei zahlreichen Kunden kam das schlecht an.

Viele Kunden haben sich in den letzten Wochen bei der Bank gemeldet und wollten wissen, wie sie sich die neuen Gebühren sparen können. Es gibt einige Möglichkeiten. Die Saldoabfrage via SMS, Postfinance-App, E-Finance oder mittels Postfinance Card am Postomaten oder am Schalter ist auch künftig kostenlos. Elektronische Kontoauszüge sind gratis.

Partnerkonten verbinden

Sparen kann auch, wer verschiedene Kundenbeziehungen zusammenlegt. Paare, die ein privates Konto und ein gemeinsames Partnerkonto haben, sollten die Kundenbeziehung verbinden. Das spart zwei Jahresgebühren. Sie fällt auch weg, wenn ein Kunde beim Institut Anlageprodukte über 25’000 Franken, eine Lebensversicherung oder eine Hypothek hält.

Dass Postfinance-Kunden ihre Spargelder in Wertschriften anlegen, ist von der Bank gewollt. «Wenn sich Kunden dafür interessieren, zeigen wir ihnen gerne Möglichkeiten auf, wie sie in Anlagelösungen investieren können», so ein Sprecher. Die Kunden können dann selbstständig im E-Finance ihr Risikoprofil erstellen und die darauf basierenden Anlagevorschläge ohne Beratungsleistung online zeichnen.


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Häufiger komme es aber vor, dass in einer Bankfiliale gemeinsam mit dem Kunden ein persönlicher Vorschlag ausgearbeitet werde, so der Sprecher. Seit einigen Wochen würde dies auch mittels Videoberatungen geschehen. Zum Umstieg auf Anlageprodukte wird mit tiefen Gebühren gelockt. Bis zum 15. Dezember kostet das Zeichnen von Fonds maximal 20 Franken Ausgabekommission.

Nicht blind Fonds kaufen

Nur um die 60 Franken Jahresgebühren zu sparen, sollten die Postfinance-Kunden aber keine Fonds kaufen. «Die Vermeidung von Gebühren sollte nicht der primäre Treiber sein, um sein Geld in die Finanzmärkte zu investieren», sagt Kay Foerschle, Marketingleiter beim unabhängigen Finanzdienstleister Moneypark. An Moneypark ist Tamedia beteiligt, das Unternehmen gibt auch diese Zeitung heraus.

Auch sei es nicht sinnvoll, gleich alles auf eine Karte zu setzen. Die Investitionen sollten über einen längeren Zeitraum gestaffelt aufgebaut werden, so Foerschle. Wer also 25’000 Franken investieren will, sollte nicht sofort das ganze Kapital einsetzen. Es sei auch wichtig, dass Anlageprodukte mit tiefen Kosten gewählt würden. Auf Indexfonds (ETF) basierende Sparpläne seien hierzu eine gute Lösung. Postfinance bietet zwar Sparpläne, aber noch keine mit Indexfonds. Zudem sollten Investoren ihr Geld für Anlageprodukte einsetzen, die eine Streuung über verschiedene Anlagethemen und -regionen anbieten. Also eher keinen reinen Technologieindex wie den Nasdaq, sondern einen Weltaktienindex wie den MSCI World.

Kündigen leicht gemacht

Entscheidend für die Anlagestrategie ist der Anlagehorizont. Wenn sich ein Kunde mit dem Geld beispielsweise in drei bis vier Jahren ein Eigenheim kaufen wolle, sei es nicht sinnvoll, in Aktienfonds zu investieren, so Foerschle. Diese können kurzfristig stark schwanken. Im schlimmsten Fall stehen die Anlageprodukte genau dann im Minus, wenn der Kauf des Traumhauses ansteht, und der Investor muss seine Wertpapiere mit Verlust verkaufen.

Die Konkurrenz reibt sich die Hände. Mehrere Banken berichten, dass Postfinance-Kunden zu ihnen wechseln. Dabei zeigt sich Postfinance kulant. Wer sein Konto auflösen will, muss sich nicht an die dreimonatige Kündigungsfrist halten, bestätigte die Bank dem Konsumentenmagazin «Espresso». Die Kündigung müsse bis zum 20. Dezember 2018 bei Postfinance eingetroffen sein, damit die Bank das Konto sicher bis Ende Jahr auflösen könne. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 06.12.2018, 10:43 Uhr

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