UBS

zahlt in Libor-Affäre Geldstrafe von total 1,4 Milliarden Franken

Die Grossbank UBS ist erneut in einen grossen Skandal verwickelt.

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Mitarbeiter der Bank haben Libor-Sätze und damit die weltweit wichtigsten Referenzzinsen manipuliert. Die Bank muss deshalb rund 1,4 Milliarden Fr. zahlen, 1,2 Milliarden Fr. davon an die US-Behörden.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) zieht bei der UBS unrechtmässige Gewinne von 59 Millionen Fr. ein. Weitere 160 Millionen Pfund muss die Bank an die britische Finanzaufsicht (FSA) entrichten, wie die UBS am Mittwoch mitteilte.

In die Libor-Absprachen sind weitere Banken verwickelt. Im Juni hatte etwa die britische Bank Barclays als erstes Institut Fehler eingeräumt und eine Busse von mehr als 450 Millionen Dollar gezahlt.

Dank des erzielten Vergleichs des UBS-Verwaltungsrates mit dem US-Justizministerium und der US-Finanzaufsicht (CFTC) würden alle Libor-bezogenen Untersuchungen gegen die Bank eingestellt, hiess es. Die Tochtergesellschaft UBS Securities Japan will sich zudem des Betrugs durch Missbrauch elektronischer Kommunikation zur Libor-Manipulation für schuldig erklären.

Quartalsverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken

Im laufenden Quartal rechnet die Bank nun mit einem Reinverlust von 2,0 Milliarden bis 2,5 Milliarden Franken. Sie erwartet aber trotz des möglichen Reputationsschadens eine weitere Zunahme des Nettoneugelds.

Die Frage, ob er die Höhe der Busse und Gewinnherausgabe von total 1,4 Milliarden Fr. als gerechtfertigt erachte, wollte Konzernchef Sergio Ermotti nicht beantworten. Er betonte, die UBS erziele bei der Kapitalstärkung und dem Abbau von Risiken dennoch weitere Fortschritte.

Gegen 40 Mitarbeiter gehen

Ermotti zeigte sich über den Libor-Skandal enttäuscht. Einige Angestellte der Bank hätten sich inakzeptabel verhalten. Die UBS habe disziplinarische Massnahmen ergriffen: Zwischen 30 und 40 Mitarbeitende haben oder sollen die Bank verlassen.

Er wolle darauf hinwirken, dass sich solche Fälle nicht mehr ereignen, sagte Ermotti in einer Telefonkonferenz mit Journalisten von Nachrichtenagenturen. Das festgestellte Verhalten der Mitarbeiter entspreche nicht den Werten und ethischen Grundsätzen der UBS.

Ermotti, der die Bank seit dem letzten grossen UBS-Skandal um den den Händler Kweku Adoboli im vergangenen Herbst leitet, unterstrich, dass die UBS-Führung in der Libor-Affäre nach Erhalt von Hinweisen schnell reagiert und die Behörden unterstützt habe. «Dies zeigt unsere Entschlossenheit, die Bank zum Guten zu verändern», beteuerte Ermotti.

Topmanagement soll nichts gewusst haben

In die Libor-Manipulation waren laut Finma Mitarbeitende, Händler und «eine begrenzte Anzahl von Führungskräften» involviert. Die Finma fand aber «keine Hinweise, dass das damalige Topmanagement der UBS vom Fehlverhalten bei Händleranfragen oder von der Einflussnahme aus Reputationsgründen Kenntnis hatte».

In den Jahren 2006 bis 2010 hätten UBS-Händler die Mitarbeitenden der Bank, die für die Eingabe der Zinssätze verantwortlich waren, in zahlreichen Fällen um die Eingabe höherer oder tieferer Werte ersucht. Dabei hätten die Händler nicht nur die UBS-Eigenhandelspositionen begünstigen wollen, sondern sie hätten auch beträchtliche Eigeninteressen verfolgt, schreibt die Finma.

Ein Grossteil dieser Anfragen gehe auf einen einzelnen Händler zurück, der von 2006 bis 2009 in Tokio tätig war. Derselbe Händler fragte laut Finma auch Mitarbeitende von Drittbanken und unabhängige Makler an, um die Libor-Eingaben von Drittbanken zu beeinflussen.

Allerdings haben Kadermitarbeitende den für die Eingabe von Zinssätzen verantwortlichen Mitarbeitenden auch unangemessene Richtungsvorgaben gemacht. «Damit wurde bezweckt, die Wahrnehmung der Kreditwürdigkeit der UBS positiv zu beeinflussen», heisst es.

Erstellt: 19.12.2012, 08:48 Uhr

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