Klimawandel: Zwei Drittel
des CO2-Budgets sind schon aufgebraucht

Der neue UNO-Klimabericht zeigt: Treibhausgase müssen substanziell reduziert werden.

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Das globale Budget für CO2-Emissionen ist schmal geworden; es soll eine Erderwärmung um mehr als 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit verhindern. Das ist ein Ergebnis aus dem neuen Klimabericht des Weltklimarats IPCC, der gestern vorgestellt wurde. Das Erwärmungsziel legte die Staatengemeinschaft der UNO-Klimarahmenkonvention vor drei Jahren fest. Von den zulässigen Emissionen sind laut IPCC bereits zwei Drittel in die Atmosphäre gelangt. Verschiedene Regierungen von Schwellenländern wehrten sich gegen diesen Eintrag im Bericht. Sie befürchteten Nachteile in künftigen Verhandlungen über Reduktionsverpflichtungen.

Grüne fordern Ausgleichsfonds

Der IPCC hat seit Anfang Woche die Kurzfassung des Berichts mit Delegationen der UNO-Vertragsstaaten verhandelt. Mehr als 800 Wissenschaftler arbeiteten während vier Jahren an diesem rund 2000 Seiten starken Bericht, der das aktuelle Wissen über den physikalischen Zustand der Erde darstellt. Die Forscher haben sich dabei auch mit der Stagnation der Erderwärmung während der letzten Jahre beschäftigt, der sie im Zusammenhang mit dem langfristigen Klimawandel aber wenig Bedeutung zumessen. Ihr Fazit ist eindeutig: «Die Erde wird sich weiter erwärmen, falls die Treibhausgase nicht substanziell reduziert werden», sagte der Berner Klimaforscher Thomas Stocker, der Co-Vorsteher der IPCC-Arbeitsgruppe I.

Der Bericht provoziert in der Schweizer Politik neue Forderungen. Weil der Klimawandel die ökologisch sensiblen Alpen stärker trifft als andere Regionen, sollen die Bergler künftig mehr Geld erhalten – und zwar aus den Agglomerationen. Dies schwebt den Grünen vor. Wie die Finanzierung im Detail aussehen soll, ist offen. Denkbar ist laut Grünen-Präsidentin Regula Rytz, dass ein Teil der Gelder aus der C02-Abgabe in einen Klima-Ausgleichsfonds fliesst. Die Finanzierung könnte aber auch via neuen Finanzausgleich (NFA) erfolgen. Geberkantone wie Zürich oder Zug müssten dann noch mehr einzahlen als heute, was ihre Kritik an der Ausgestaltung dieses Instruments wohl weiter verschärfen würde. Darauf deuten erste Reaktionen hin: «Die NFA dient dem finanziellen Lastenausgleich zwischen den Kantonen und hat nichts mit Klimapolitik zu tun», sagt beispielsweise der Zürcher Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP).

Rytz hat gestern ein Postulat eingereicht. Unterzeichnet haben es nicht nur ihre Fraktionskolleginnen und -kollegen, sondern auch Politiker aus BDP, CVP, SP und GLP – allesamt Vertreter von Bergkantonen.

Erstellt: 09.10.2013, 11:21 Uhr

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