Seltener Vogel entdeckt, fotografiert – und getötet

US-Forscher schossen das erste Foto eines Eisvogels mit Schnauz weltweit. Was dann geschah, sorgt nun für böses Blut.

Das Forschungsteam konnte sein Glück kaum fassen: Ein Foto des Moustached Kingfisher.

Das Forschungsteam konnte sein Glück kaum fassen: Ein Foto des Moustached Kingfisher. Bild: Twitter

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Der Moustached Kingfisher sieht nicht aus wie ein richtiges Lebewesen – eher wie ein kuscheliges Plüschtier. Keinem Forscher gelang ein Schnappschuss des seltenen männlichen Vogels mit Schnäuzer – bist jetzt.

Forscher des American Museum of Natural History führten einige Vermessungen in den Wäldern der Salomon-Inseln im Pazifik durch, als sie plötzlich den Ruf des seltenen Vogels vernahmen, schreibt Yahoo.com. «Oh mein Gott, ein Eisvogel», habe der Forscher Chris Filardi geschrien. «Es ist, als wäre man auf der Suche nach einem Einhorn», sagt Filardi zur amerikanischen Plattform weiter. «Es ist unglaublich, du träumst davon, du kannst es beinahe haben, und plötzlich ist es hier.» Ein Vogel, den er seit über zwanzig Jahren gesucht habe, und plötzlich sei er lebendig vor ihm gewesen, wie ein Mythos, der zum Leben erwacht, erzählt Filardi weiter. Die Wissenschaftler fingen den Vogel ein, schossen das erste Bild weltweit. Dann töteten sie das Tier zu Forschungszwecken.

«Normale» Vorgehensweise

Für die Tötung des Vogels ernten die Wissenschaftler viel Kritik. Die negativen Kommentare im Internet verbreiten sich rasant. Filardi veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel «Warum ich einen Kingfisher fing». Kritiker fänden aber den Titel «Warum ich einen Kingfisher umbrachte, sodass ich ihn studieren konnte und berühmt wurde» treffender. Das schreibt die «Huffington Post».

Filardi selbst ist der Meinung, dass das die «normale» Vorgehensweise sei, wenn etwas Seltenes gefunden werde. Man müsse diese Entdeckungen sammeln und sie studieren. Mit dem ersten männlichen Eisvogel mit Schnäuzer weltweit habe man jetzt Proben, Federn und vor allem Fotos – die einzigen auf der ganzen Welt.

«Das ist Teil des Spieles», sagt Marc Bekoff, Professor einer Universität von Colorado. «Finde etwas möglichst Schönes und Einzigartiges und bring es um – die Schuld dafür gibst du jemand anderem.» (nab)

Erstellt: 12.10.2015, 11:01 Uhr

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