Übung 12 - Aktivierung durch Fragen

Aktives Lernen beginnt mit Fragen. Sie werden bei dieser Übung merken, wie Sie durch die Fragen Ihren Geist aktivieren und das Interesse steigern können. Doch Sie werden dabei noch ganz andere Auswirkungen entdecken.

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Vielleicht wollten Sie sich schon lange mehr über ein Thema wissen und haben einige Fragen dazu. Sie können für die Übung aber auch ein neues Kapitel im Lehrbuch wählen oder zum Ausprobieren einfach einen ungelesenen Zeitungsartikel nehmen. Wenn der Titel auf etwas Anspruchsvolles hinweist, blättern Sie zunächst schon mal drei Minuten im Text und achten auch auf die Untertitel. Ansonsten beginnen Sie gleich mit den Fragen. Ein Anliegen noch: Folgen Sie Schritt für Schritt der Anleitung – so, wie wenn Sie als Proband in einem Forschungsprojekt mitmachen würden:

1. Bevor Sie das Kapitel lesen, notieren Sie dazu fünf Fragen, die Sie interessieren. Wichtig ist, dass Sie Ihre Fragen schriftlich formulieren.

2. Wählen Sie zwei der Fragen aus und probieren Sie, diese vor dem Lesen zu beantworten – selbst wenn Ihre Antwort eine reine Vermutung ist. Halten Sie die Antworten wiederum schriftlich fest.

3. Bevor Sie das Kapitel zu lesen beginnen, lassen Sie im Geist Revue passieren, was Sie alles zum Thema wissen; Sie können auch eine Mindmap skizzieren. Machen Sie sich dabei klar, dass Ihnen derart aktiviertes Vorwissen hilft, das Kapitel müheloser zu erarbeiten und besser zu lernen.

4. Lesen und erarbeiten Sie dann das Kapitel und kommen Sie am Ende nochmals auf die Fragen zurück.

Haben Sie die Fragen und Antworten in Punkt 1 und 2 auch wirklich schriftlich formuliert? Wenn ja: Wie ist es Ihnen generell mit der Übung ergangen? Was haben Sie beobachtet? Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen? Haben sich die Fragen a) auf Ihr Interesse, b) Ihre geistige Wachheit und c) auf anderer Ebene ausgewirkt? Auf welcher? Teilen Sie uns Ihre Beobachtungen und Erkenntnisse mit. Kopieren Sie Ihren Beitrag in untenstehendes Feld und nutzen Sie bis zum Verlosungstermin vom 19. Oktober die Gewinnchancen! Falls Sie bereits Erfahrungen mit dieser Art des systematischen Fragenstellens haben, freuen wir uns, wenn Sie uns Ihren Beitrag bereits jetzt zusenden.

Wie immer werde ich am Montag nach dem Verlosungstermin Ihre Beiträge diskutieren. Wenn Sie das untenstehende Formular ausfüllen und auf alle Fragen eingehen, nehmen Sie automatisch am Wettbewerb teil (siehe Infobox Verlosung). Auch spätere Einträge sind willkommen.

Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse Übung 12

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  • Franziska (47) am 18.10.2010 21:45 Uhr
  • Ich habe bewusster und genauer gelesen, wollte ich doch meine Fragen beantwortet haben. Sogar das Vorwort im Buch habe ich gründlich gelesen, was ich sonst selten mache. Bei den fünf Fragen handelte es sich um das Ergebnis eines Suchprozesses, somit sind mir beim Lesen zusätzliche Antworten zu halbausgegorenen Fragen entgegengekommen. Das Lesen wurde für mich zu einem Spiel, bei dem ich möglichst viele Punkte sammeln wollte, ich wurde hellwach, denn spielen macht mir Spass. Diese Methode könnte für mich auch den Titel tragen "Spielend lernen". .
  • Renger (51) am 15.10.2010 20:18 Uhr
  • Ich habe die Methode beim Zeitunglesen eingesetzt und es hat dazu geführt, dass ich zwar weniger Artikel lese, aber dafür macht das Lesen wieder richtig Spass und fürht zu einem vertieften Wissen.
  • Waltraud (59) am 13.10.2010 12:34 Uhr
  • Ich habe festgestellt: Diese Methode ist genial. Ich werde bereits beim Formulieren der Fragen kreativ (wenn…ich so und so frage,...dann…). Beim Vorab-Beantworten fallen mir spontan Metaphern ein. Der Stoff wirkt wie ein Magnet („ich muss das jetzt wissen!“). Der Autor geht das Thema aus einer ganz anderen Perspektive als ich an (Zweierlei Sichtweisen, ein Thema anzugehen – interessant!). Ich frage, will heißen: Wer fragt, führt ! - Bei einem Artikel eines mir sehr vertrauten Themas bekomme ich mit den Fragen plötzlich einen Anfängerblick, der mir neue Verstehensweisen gibt. – Noch Tage nach dem „Lernen“ steigen Fragen auf
  • Eva (23) am 13.10.2010 10:50 Uhr
  • Natürlich habe ich nur Fragen aufgeschrieben, die mich von Anfang an interessiert haben. Dadurch, dass ich die Fragen notiert habe, bin ich beim googeln nicht allzu oft abgeschweift. Trotz meiner Neugier habe ich mich nicht in unwichtigen Texten verloren, sondern mich auf das Wesentliche konzentriert und dadurch Zeit gespart. Aus den Antworten sind neue Fragen entstanden, die ich wiederum aufgeschrieben habe. So entsteht mit der Zeit eine Art Mindmap mit Fragen und Antworten. Verknüpfungen und Zusammenhänge werden besser sichtbar. Durch den limitierten Platz schreibt man nur die Wichtigsten und interessantesten Erkenntnisse auf.
  • rita (75) am 11.10.2010 18:02 Uhr
  • ich habe es mir für die übung leicht gemacht, indem ich einen artikel wählte, dessen thema mein interesse schon seit langem geweckt hat. meine fragen lauteten: was hat licht in der gesundheitsvorsorge zu schaffen? wird licht in der gesundheitsvorsorge überhaupt erwähnt? bei welchen therapien wird licht eingesetzt? ist licht ein ersatz für medikamente? - es hat spass gemacht, meine eigenen kenntnisse zuvor schriftlich festzulegen (ehrgeiz geweckt). meine fragen haben sich auf meine wachheit gegenüber dem thema ausgewirkt. auf persönlicher ebene hat es mich in meinen eigenen erkenntnissen bestätigt. ich kam allerdings nicht darum herum, mir zusätzliche informationen – und davon gab es einige - besonders zu merken. dies wäre dann eine aufgabe des wiederholten lesens und einprägen.
  • Maja (50) am 08.10.2010 08:32 Uhr
  • Diese Methode funktioniert hervorragend und macht erst noch Spass! Beim lesen der Kolumne habe ich realisert, dass ich genau diese Methode bei meiner täglichen Arbeit sehr oft anwende - allerdings bisher unbewusst, resp. ohne dass ich das Konzept der Methode so genau hätte beschreiben können. Immer dann, wenn ich in relativ kurzer Zeit verschiedene längere, komplexe oder umständlich geschriebene Texte (z.B. juristische) rasch erfassen muss, um die wichtigsten Informationen und Standpunkte in meiner eigenen Arbeit umzusetzen, gehe ich mit einer klaren Fragestellung an den Text ran, resp, mit einer klaren Vorstellung dessen, was ich darin finden will, was ich brauche Das ist einerseits super effizient und andererseits erhöht es definitiv den Lesespass auch bei sehr trockener Materie oder eben auch bei eher "mühsamen" Texten.
  • Elsbeth (63) am 06.10.2010 19:11 Uhr
  • Im Zusammenhang mit der Lektüre eines französischen Romans tauchte der deutsch-französische Krieg auf und ich hatte keine Ahnung, was damals passierte. Die neue Übung motivierte mich, der Sache nachzugehen. Bevor ich das entsprechende Kapitel im Geschichtsbuch nachschlug, stellte ich mir die folgenden 5 Fragen: 1. Wann war dieser Krieg? 2. Was war der Auslöser? 3. Was passierte? 4. Wie endete er? 5. Wie war die politische Situation damals in Frankreich und Deutschland? Frage 1 und Frage 3 probierte ich zu beantworten. Dann ging ich hinter die Lektüre und es war unglaublich spannend! Das Kapitel gab mir Antwort auf alle meine Fragen und ich realisierte auch, wie instabil die Lage damals in Europa war (und es bis nach dem zweiten Weltkrieg blieb). Irgendwie spürte ich eine grosse Dankbarkeit, dass im heutigen im EU-Raum stabilere Verhältnisse herrschen. Doch zurück zur Fragemethode: ich beantwortete die Fragen schriftlich und dies gab mir ein sehr schönes Gefühl der Klarheit über das Thema und ich glaube, dass das neue Wissen auch gut gespeichert ist und ich die Fragen auch noch in einem halben Jahr beantworten könnte. Wenn ich das Kapitel bloss gelesen hätte, wäre diese schöne Klarheit bestimmt nicht da, weil auch das Hirn zum Ordnen und Aufräumen gezwungen werden muss.
  • Robert (46) am 04.10.2010 17:03 Uhr
  • Ich fand es ungewohnt - und auch etwas unbequem, da mit Arbeit verbunden - vor lesen eines Fachartikels Fragen schriftlich zu formulieren. Der Nutzen davon, und auch der Schritte 2 (Auswahl und provisorische Beantwortung zweier Fragen) und 3 (Gesammeltes Vorwissen stichtwortartig notieren) dagegen war augenfällig: Die drei Schritte führten dazu, dass ich mir meines Vorwissens bewusst wurde, aber auch realisierte, wo mein Vorwissen noch unscharf war. (Das Wesentliche ist das Aufschreiben, das ja auch im Auftrag betont wurde. Nur wenn ich etwas aufschreiben will, merke ich wo ich Mühe damit habe. Gedanklich kann ich unscharfes Wissen problemlos überspringen und damit ignorieren.) Dadurch wurde die Integration in mein Vorwissen gefördert, und ich suchte im Artikel auch gezielt nach denjenigen Informationen, bei denen ich gemerkt hatte, dass mein Vorwissen noch lückenhaft/ ungenau war.

Erstellt: 01.10.2010, 11:23 Uhr

Scheinbar paradox beginnen und gleich am Anfang Fragen stellen.

Infobox

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Übung 12 verlosen wir 3 Exemplare «Exploratives Lernen» von Verena Steiner. Von der Verlosung ausgenommen sind Beiträge, die nicht auf die persönlichen Erfahrungen beim Ausprobieren der Übung eingehen oder welche, die mangelhaft sind. Einsendeschluss: Dienstag, 19. Oktober 12 Uhr.

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