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Mit Forschergeist und Fantasie gegen das Virus

Überall auf der Welt bekämpfen Firmen und Menschen das Virus mit unorthodoxen Ideen. Das macht Mut.

Zur Abwechslung wird hier Desinfektionsmittel anstelle von teurem Duft produziert. Fabrikation beim französischen Luxuskonzern LVMH. Foto: PD
Zur Abwechslung wird hier Desinfektionsmittel anstelle von teurem Duft produziert. Fabrikation beim französischen Luxuskonzern LVMH. Foto: PD

Christian Dior bekämpft jetzt das Coronavirus. Das Logo des Mode- und Kosmetiklabels prangt auf Zehntausenden von Fläschchen, die in den letzten Tagen vom Luxusgüterkonzern LVMH in die Pariser Spitäler verteilt wurden. Statt parfümierter Hautpflegelotion enthalten die Flacons Desinfizierungsmittel – eine wichtige Waffe im Kampf gegen das Covid-19-Virus. Daran mangelte es dem Spitalpersonal bisher bitter. LVMH hat seine Kosmetikfabriken praktisch über Nacht umgerüstet, um das Gesundheitssystem zu unterstützen. Das ist eines von vielen Beispielen, wie die Welt nun blitzschnell, unkonventionell und unbürokratisch auf die Pandemie reagiert. Das macht Mut.

Butterfly iQ ist ein kleines, leichtes Ultraschall-Diagnosegerät, das direkt an ein Smartphone angeschlossen werden kann. Es zeigt sich: Damit kann einfach und schnell eine coronabefallene Lunge diagnostiziert werden. Der Hersteller beschleunigt jetzt die Herstellung, um der wachsenden Nachfrage nachzukommen.

Crispr ist das Verfahren, mit dem ein chinesischer Forscher letztes Jahr mutwillig am menschlichen Erbgut herumexperimentierte. Es steht jetzt im Zentrum der Forschung eines halben Dutzends Gentech-Start-ups, die einen zuverlässigeren und schnelleren Covid-19-Test entwickeln.

Actemra, Avigan, Chloroquine, Favipiravir und Remdesivir sind Medikamente, die bisher gegen Malaria, HIV, Artritis und andere Krankheiten eingesetzt werden. Sie helfen vielleicht auch gegen Covid-19. Jetzt liefern sich Pharmafirmen ein weltweites Wettrennen, um in klinischen Tests die besten Kandidaten herauszufiltern.

Oder auch: Autozubehör-Hersteller rüsten auf die Herstellung von Beatmungsgeräten um; Tierkliniken ­stellen ihre Diagnosekapazitäten zur Verfügung; Reedereien verwandeln ihre Schiffe in Notspitäler. Die Welt mobilisiert Fantasie, Forschergeist und viel, viel Geld gegen das Coronavirus. Die Beteiligten nehmen keine Rücksicht auf Konventionen, umgehen bürokratische Hürden, vernetzen sich global. Das Vorgehen ist oft unorthodox. Es ist aber die so abenteuerliche wie Hoffnung spendende Alternative zum totalen Lockdown, der uns momentan im Griff hat, mit seinen schweren psychischen, wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen.

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