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Zahl der Neuinfektionen geht leicht zurück

Die Kurve der gemeldeten Fälle flacht seit drei Tagen ab – die Trendwende?

Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, an der Medienkonferenz am Montag über das Coronavirus. Foto: Keystone
Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, an der Medienkonferenz am Montag über das Coronavirus. Foto: Keystone

1019 neue Corona-Fälle gab es am Montag in der Schweiz, offiziell jedenfalls. Am Sonntag hatten die Kantone noch 1072 Neuinfektionen gemeldet, tags zuvor waren es 1108. Der vorläufige Höhepunkt war am Freitag mit 1380 Neuinfizierten erreicht.

Mit anderen Worten: Seit drei Tagen weisen die Statistiken einen leichten Rückgang der Covid-19-Infektionen aus. Nach einer Phase dramatischen Wachstums macht es nun den Anschein, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus etwas abschwächt – dass also die rigorosen Massnahmen, mit denen der Bundesrat das öffentliche Leben lahmlegte, inzwischen womöglich die erhoffte Wirkung zeitigen.

Experten sind indes skeptisch, ob die Trendwende tatsächlich erreicht ist. Der Berner Epidemiologe Christian Althaus interpretiert die Zahlen eher dahingehend, «dass wir hier die Grenzen der Kapazität sehen». Er weist darauf hin, dass inzwischen praktisch kein Contact-Tracingmehr stattfinde: dass also nach einem positiven Test kaum mehr das Umfeld des Patienten systematisch auf weitere Ansteckungen überprüft werde. Nach Althaus’ Vermutung führt die derzeitige Testdoktrin dazu, dass man vor allem Covid-Fälle mit starken Symptomen und infiziertes Gesundheitspersonal entdeckt.

Daniel Koch, zuständiger Abteilungschef beim Bundesamt für Gesundheit, konstatiert ebenfalls noch keine Entspannung der Lage. Und auch er sprach bei seiner Medienkonferenz vom Montag Kapazitätsprobleme an. Manche Labore hätten Mühe, an genügend Testmaterialien zu kommen. «Das macht uns Sorgen», so Koch. Es bestehe die Gefahr, dass Infizierte, die auf eine spezielle Station verbracht werden müssten, nicht mehr rechtzeitig gefunden würden.

Wie sich die Infektionskurve in der kommenden Zeit entwickeln wird, darüber wollte Koch nicht spekulieren. Er geht davon aus, dass man «in den nächsten Tagen» erstmals werde bilanzieren können, ob die vom Bundesrat erlassenen Kontakt- und Betriebsverbote wie erhofft wirken. Falls ja, müsste sich die Kurve «mindestens abflachen» so Koch. Einmal mehr richtete er einen Appell an die Bevölkerung, sich an die vom Bund erlassenen Regeln und Kontaktverbote zu halten.

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