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Die dicksten Länder der Welt

Die Zahl der übergewichtigen Menschen wächst weltweit rasant. Kleine Inselstaaten und Länder im Nahen Osten sind besonders stark betroffen.

In den USA leben zwar zahlenmässig die meisten Fettleibigen, anteilsmässig schaffen es die Vereinigten Staaten aber nicht in die Top 10 der der dicksten Länder: Ein Mann besucht das Gelände des World Trade Center in New York. (8. Mai 2014)
In den USA leben zwar zahlenmässig die meisten Fettleibigen, anteilsmässig schaffen es die Vereinigten Staaten aber nicht in die Top 10 der der dicksten Länder: Ein Mann besucht das Gelände des World Trade Center in New York. (8. Mai 2014)
Keystone

Einer neuen Studie zufolge ist inzwischen ein Drittel der Weltbevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Sie beruht auf Daten aus über 180 Ländern, darunter auch der Schweiz. Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen. Das ist wesentlich schneller als der Anstieg der Weltbevölkerung.

Die Entwicklung treffe auf Industrie- und Entwicklungsländer gleichermassen zu, schreiben die Autoren der Studie. Die Forscher um Marie Ng vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der Universität von Washington stellen ihre Ergebnisse im britischen Journal «The Lancet» vor.

Als Kriterium für Übergewicht nutzten die Wissenschaftler in ihrer Studie den sogenannten Body-Mass-Index (BMI), der sich aus der Körpergrösse und dem Körpergewicht eines Menschen ableitet. Wer einen BMI zwischen 25 und 29,9 hat, ist übergewichtig, bei Werten von 30 oder höher spricht man von Fettleibigkeit oder Adipositas. Dabei wird das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Grösse (Meter).

Der Nahe Osten holt auf

«Fettleibigkeit ist ein Problem, das Menschen jeden Alters und Einkommens betrifft – überall», sagt der IHME-Direktor Christopher Murray. Von den insgesamt 671 Millionen Menschen, die einen BMI von 30 oder höher haben, leben in absoluten Zahlen die meisten in den USA. Den stärksten Anstieg bezüglich Adipositas gab es in den vergangenen drei Jahrzehnten in Ländern des Nahen Ostens, darunter Ägypten, Saudiarabien und Oman.

Im Verhältnis zur Bevölkerung sieht die Rangliste der Länder mit den meisten übergewichtigen Personen folgendermassen aus:

Die USA haben bei den Männern einen Anteil Übergewichtiger von 70,9 Prozent und bei den Frauen von 61,9 Prozent.

Jeder zweite Schweizer ist übergewichtig

Mit besonderer Sorge sehen die Forscher die Entwicklung, wonach auch immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig sind. «Wir wissen, dass Adipositas im Kindesalter ernsthafte nachteilige Gesundheitseffekte hat, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und viele Krebsformen», sagt die Autorin Marie Ng.

Bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz ist der Studie zufolge etwa jeder Fünfte übergewichtig, rund jeder Fünfzehnte ist sogar fettleibig. Bei den Erwachsenen ist der Anteil mit zu hohem BMI noch grösser. So sind laut der Untersuchung hierzulande rund 56,6 Prozent der Männer und 39,9 Prozent der Frauen übergewichtig.

«Daten zeigen die Wahrheit»

In einem begleitenden Kommentar zur Studie würdigt Klim McPherson von der Oxford-Universität die Arbeit von Marie Ng und ihren Kollegen. Auch wenn die Autoren aufgrund der grossen und inhomogenen Menge an Informationen einige Datenmodellierungen haben vornehmen müssen, verschleiere dies nicht die Wahrheit, die hinter diesen Daten stecke. McPherson ruft die Politik dazu auf, mehr gegen das zunehmende Problem Adipositas zu unternehmen.

Neben falscher Ernährung und zu wenig Bewegung zählen auch bestimmte Medikamente, Stress, Schlafmangel und genetische Veranlagungen zu den Ursachen von Übergewicht und Fettleibigkeit.

(SDA)

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