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Geldfragen sind für Senioren kein Problem, wenn die Erfahrung hilft

Bei komplexen Finanzprodukten entscheiden ältere Leute oft falsch. Anders in praxisnahen Aufgaben.

Komplex: In fortgeschrittenem Alter sollte man die Finger von komplizierten Finanzangelegenheiten lassen.
Komplex: In fortgeschrittenem Alter sollte man die Finger von komplizierten Finanzangelegenheiten lassen.
Walter Bieri, Keystone

«Laien vertreten zwei sich widersprechende Ansichten über das Alter», konstatiert ein Team um Ye Li von der University of California in Riverside, «dass das Alter Weisheit mit sich bringt und dass die Denkschärfe nachlässt.» Stimmt vielleicht beides irgendwie?

Zwei neue Studien nehmen die geistigen Fähigkeiten von Älteren unter die Lupe. In beiden geht es um die Frage: Wie gut gelingt es Senioren, sich mit ihren Entscheidungen Gewinne zu sichern und Verluste zu vermeiden?Die erste Studie stammt von der Entscheidungsforscherin Agnieszka Tymula von der University of Sydney. Sie bescheinigt älteren Menschen schwere Defizite bei finanziellen Entscheidungen. Die betagten Versuchspersonen zwischen 65 und 90 mussten ebenso wie jüngere 320 Entscheidungsaufgaben lösen. Bei jeder sahen sie ein Bild von Ansammlungen roter und blauer Chips. Manchmal waren alle Chips sichtbar. Manchmal waren mehr oder weniger viele verdeckt, sodass nicht genau zu sehen war, wie viele es von jeder Sorte gab. Bei der anschliessenden Lotterie brachte ein roter Chip beispielsweise acht Dollar Gewinn, ein blauer nichts. Der Teilnehmer musste jedoch entscheiden, ob er überhaupt spielen wollte oder lieber einen jeweils festgelegten Betrag hätte, beispielsweise fünf Dollar.

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