Antike Stadt versinkt im Stausee

Die Ruinen einer historischen Stadt in der Türkei gehen in den Fluten eines Stausees unter. Das Wasser hat die berühmten Ruinen von Allianoi erreicht. Wissenschaftler reden von einem «Mord an der Geschichte».

Das Wasser steigt und steigt: Das Dorf Belkis bei Zeugma im Südosten der Türkei.

Das Wasser steigt und steigt: Das Dorf Belkis bei Zeugma im Südosten der Türkei. Bild: Keystone

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Nach Schliessung der Tore eines Staudamms im Westen der Türkei habe das Wasser die Ruinen von Allianoi in der Nähe von Pergamon erreicht, meldeten türkische Medien am Montag. Wissenschaftler und Staudammgegner hatten in den vergangenen Jahren versucht, die Überflutung der Stadt zu verhindern.

Ein Anwalt der Staudammgegner, Arif Ali Cangi, warf den Behörden vor, noch vor Abschluss des Rechtsstreits mit der Flutung begonnen zu haben und einen «Mord an der Geschichte» zu begehen.

Berühmt für spektakuläre Mosaike

Vor einigen Jahren hatte die Zerstörung der wegen ihrer spektakulären Mosaiken berühmten antiken Stadt Zeugma durch einen Stausee in Südostanatolien für Proteste gesorgt. Auch die uralte Stadt Hasankeyf soll nach den Plänen Ankaras in einem Stausee versinken, der der Stromgewinnung dienen soll; die Türkei erzeugt rund 20 Prozent ihres Energiebedarfs durch Wasserkraft.

Der Stausee bei Allianoi soll allerdings nicht der Energiegewinnung, sondern der Bewässerung von Feldern in der Umgebung dienen. Anwalt Cangi sagte, die Staudammgegner würden ihren Kampf vor Gericht fortsetzen. (pbe/AFP)

Erstellt: 21.02.2011, 13:09 Uhr

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