Der konservierte Schützengraben

Archäologen haben in Frankreich einen gut erhaltenen Schützengraben mit 21 deutschen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg ausgehoben.

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Im Schützengraben stiessen die Forscher auf 21 deutsche Soldaten. Die meisten davon sassen aufrecht. Einer ihrer Kameraden wurde in seinem Bett gefunden. Einen anderen fand man bei den Ausgrabungen in der Fötus-Position, nachdem er die Treppen zum Graben hinuntergestürzt war. Archäologe Michael Landolt: «Hier ist es ein bisschen wie in Pompeji. Innerhalb von Sekunden brach alles zusammen und ist bis heute so geblieben.»

Den perfekt konservierten Zustand der Funde erklären sich die Archäologen damit, dass über die Jahre hinweg weder Luft, Wasser noch Licht in die Fundstelle drang.

Neben den Soldaten fanden die Wissenschaftler unter riesigen Erdschichten auch Stiefel, Helme, Waffen, Weinflaschen, Brillen, Geldbörsen, Pfeifen, Zigarettenetuis und Notizbücher. Im Graben stiess man auch auf die Überreste einer Ziege. Sie diente den Soldaten höchstwahrscheinlich als Milchlieferant.

Nach mehreren Angriffen verschüttet

Die Soldaten starben am 18. März 1918: Nach mehreren Bombenangriffen der französischen Armee stürzte der Schützengraben ein. Die 21 Männer gehörten zu einer Gruppe von 34 Soldaten, die allesamt ihren Tod im Schützengraben fanden. 13 Kameraden wurden seinerzeit geborgen. Sie gehörten der 6. Kompanie der 94. Reserve-Infanterie an. Die Bergung der Übrigen wäre damals zu gefährlich gewesen.

Die Namen der Toten sind bekannt: Unter ihnen sind der Gefreite Martin Heidrich (20), Harry Bierkamp (22) und Oberleutnant August Hutten (37). Diese Namen stehen bereits auf einem Gedenkstein auf dem deutschen Armeefriedhof der französischen Gemeinde Illfurth. Viele der Verstorbenen haben mittlerweile keine Angehörigen mehr. Ihre Leichen werden nach Abschluss der Untersuchungen im Labor auf dem Armeefriedhof in Frankreich beerdigt.

Bei Strassenbauarbeiten entdeckt

Die Fundstelle, welche zufällig bei Strassenarbeiten entdeckt wurde, befindet sich im Osten Frankreichs, nahe der Stadt Carspach. Der 91 Meter lange Schützengraben wurde fast fünfeinhalb Meter unter der Erde entdeckt. Er bot seinerzeit mehr als 500 Mann Unterschlupf und verfügte über 16 Ausgänge. Der Graben hatte einen Telefonanschluss und konnte beheizt werden. Es gab Betten, Wasser- und sogar Abwasserleitungen. (ah/hgm-press)

Erstellt: 23.02.2012, 13:45 Uhr

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