Forscher rekonstruieren Gesicht von Richard III.

Er war der letzte englische König, der in einer Schlacht fiel. Im September wurde sein Skelett unter einem Parkplatz gefunden. Daraus wurde nun ein 3-D-Modell erstellt: Es zeigt den Monarchen überraschend freundlich.

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Mehr als fünf Jahrhunderte nach dem Tod von Richard III. haben Forscher das Gesicht des englischen Königs nachgebildet. Die Wissenschaftler präsentierten ein dreidimensionales Modell, das auf der Grundlage des jüngst ausgegrabenen Schädels des Monarchen angefertigt wurde. Das nachgebildete Antlitz könnte möglicherweise dazu beitragen, das Bild Richard III. als Bösewicht zu korrigieren.

Es handle sich um ein «interessantes Gesicht, jünger und voller als wir es bislang gesehen hatten, weniger sorgenzerfurcht, und mit der Andeutung eines Lächelns», sagte Phil Stone von der Richard III.-Gesellschaft. «Ich glaube, die Leute werden es mögen. Es ist ein Mann, der gelebt hat.» Geleitet wurde die Rekonstruktion von der Professorin Caroline Wilkinson von der Universität von Dundee in Schottland. Finanziert wurden die Arbeiten von der Richard III.-Gesellschaft. Diese bemüht sich um eine historische Neubewertung der Rolle des Königs.

Identität bestätigt

Gestern hatte die Universität Leicester bekannt gegeben, dass es sich bei einem im vergangenen September unter einem Parkplatz der Stadt gefundenen Skelett um die jahrhundertelang verschollenen Überreste Richards III. handelt. Dies ergab ein DNA-Vergleich mit einem Nachfahren des Königs sowie eine Radiokarbonuntersuchung. Zudem wies das Skelett Hellebarden- und Schwertverletzungen auf.

Richard III. war nach seinem Tod in der Schlacht von Bosworth nackt auf einem Pferd nach Leicester gebracht worden, um seine Anhänger zu demütigen. Historiker gingen davon aus, dass er in einer Franziskaner-Kirche bestattet wurde, die im 16. Jahrhundert zerstört wurde. Das Skelett wurde an einer Stelle exhumiert, an der mutmasslich der Chor der Kirche stand.

Richard III. hatte England von 1483 bis 1485 regiert und wurde durch das gleichnamige Drama von William Shakespeare unsterblich, der ihn als blutrünstigen und machtbesessenen Herrscher charakterisierte. (mw/AFP)

Erstellt: 05.02.2013, 14:07 Uhr

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