Mäuseknochen lieferte Hinweis auf historische Schiffsroute

Eine der letzten Stationen des ältesten Überseeschiffs könnte der Hafen Minet al-Beida gewesen sein. Diese Erkenntnis lieferte der Kiefer einer Maus.

Untergang mit voller Ladung: Ein originalgetreuer Nachbau des Handelsschiffes «Uluburun».

Untergang mit voller Ladung: Ein originalgetreuer Nachbau des Handelsschiffes «Uluburun». Bild: Bodrum Museum of Underwater Archaeology/Georges Ja

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Das Wrack des «Schiffs von Uluburun» aus der späten Bronzezeit, das 1982 von einem Taucher im Meer nahe der türkischen Stadt Kas entdeckt worden war, enthielt allerlei Gegenstände, die Aufschluss über das damalige Leben gaben: 354 Kupferbarren, Keramiken, Terebinthenharz, Ebenholz, Elfenbein, Eichenholz, Mandeln, Oliven, Granatäpfel – und der Unterkiefer einer Maus, den man zwischen der Ladung fand.

Wie der Archäologe Thomas Cucchi von der Universität im britischen Durham kürzlich im «Journal of Archaelogical Science» berichtete, lieferte der Knochen neue Einsichten. Nach einer eingehenden Analyse war seinem Team zunächst klar, dass die Maus zur Art Mus musculus domesticus gehörte, also eine Hausmaus war.

Indizien, Recherchen und eine Schlussfolgerung

Weitere Untersuchungen und Vergleiche mit anderen Arten zeigten schliesslich, dass die Schiffsmaus nah mit der syrischen Hausmaus verwandt war. Und weil das Tier aufgrund des Knochenbaus eher zierlich gewesen sein muss, glaubt Cucchi, dass es noch nicht lange auf dem Schiff gewesen sein kann: Mäuse, die schon lange an Bord sind, seien nämlich gewöhnlich grösser, zitiert ihn das Internet-Magazin Archäologie Online.

Diese Indizien und die bekannten Fakten über die «Uluburun» legen laut dem Wissenschaftler nahe, dass der Segler auf seiner letzten Reise den Hafen des Stadtstaats und Königreiches Ugarit angelaufen hatte, der heute Minet el-Beida heisst und während der Bronzezeit ein wichtiges Handelszentrum im Norden von Syrien war.

Erstellt: 09.09.2008, 14:46 Uhr

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