Seine grösste Rede

70 Jahre ist es her, als General de Gaulle die Franzosen von London aus am Radio zum Widerstand gegen Nazi-Deutschland aufruft. Der «appel du 18 juin 1940» begründet die französische Résistance.

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Charles de Gaulle liest seine berühmte Rede um 18 Uhr in den BBC-Studios in London. Er ruft darin dazu auf, den Kampf gegen Nazi-Deutschland auch im Fall einer Niederlage fortzuführen. Der wahrscheinliche Sieg der deutschen Armeen bedeutet für ihn keinesfalls das Ende des Krieges, «denn dieser Krieg ist ein Weltkrieg und Frankreich wird sich in Zukunft auf seine Alliierten stützen können, insbesondere auf die Vereinigten Staaten». Die französischen Soldaten bestärkt er darin, die Hoffnung nicht aufzugeben «und die Flamme des Widerstands nicht ausgehen zu lassen».

Tags zuvor ist Charles de Gaulle in London angekommen, um mit den Alliierten zu verhandeln. Er trifft Premierminister Winston Churchill und teilt ihm seine Pläne mit, dass Frankreich auch im Fall einer Kapitulation weiterkämpfen wolle. Churchill erlaubt de Gaulle, einen Aufruf zum Widerstand über die Wellen von Radio BBC zu verbreiten.

Befreiung erst vier Jahre später

Ebenfalls am 17. Juni 1940 erreichen London die Worte von Marschall Pétain, dem neuen Chef der französischen Regierung. Er beabsichtigt, die Deutschen um einen Waffenstillstand zu bitten. Churchill und de Gaulle entscheiden, dass sich der französische General schon am nächsten Tag an seine Landsleute wendet.

Entgegen einer populären Auffassung ist die Rede de Gaulles nicht eine direkte Einladung, Widerstandsnetze im Untergrund des besetzten Frankreichs zu gründen. Er wendet sich vor allem ans Militär und an die Mitarbeiter der Waffenindustrie. Dennoch: Der Aufruf vom 18. Juni 1940 begründet den Beginn der Résistance und des freien Frankreichs – eine Idee, die erst vier Jahre später, mit der Befreiung 1944, Wirklichkeit wird.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.06.2010, 10:07 Uhr

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