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Wurde Anne Frank nur durch Zufall entdeckt?

Ein Wissenschaftler hat aus seinen Nachforschungen im Tagebuch der Anne Frank neue Schlüsse gezogen. Möglicherweise wurde ihr Versteck nie verraten.

Flucht vor den Nationalsozialisten: Ab Juli 1942 lebten die Franks in einem Versteck im Hinterhaus einer Amsterdamer Wohnung. 1944 wurden sie entdeckt und deportiert.
Flucht vor den Nationalsozialisten: Ab Juli 1942 lebten die Franks in einem Versteck im Hinterhaus einer Amsterdamer Wohnung. 1944 wurden sie entdeckt und deportiert.
Keystone
Anne Franks Vater veröffentlichte später das Tagebuch seiner Tochter, das sie in dem Versteck an der Prinsengracht schrieb.
Anne Franks Vater veröffentlichte später das Tagebuch seiner Tochter, das sie in dem Versteck an der Prinsengracht schrieb.
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Portrait von Anne Frank: Neben das Bild hat sie am 10. Oktober 1942 in Niederländisch geschrieben «So wie auf diesem Foto wünschte ich immer auszusehen. Dann hätte ich vielleicht eine Chance, nach Hollywood zu kommen.»
Portrait von Anne Frank: Neben das Bild hat sie am 10. Oktober 1942 in Niederländisch geschrieben «So wie auf diesem Foto wünschte ich immer auszusehen. Dann hätte ich vielleicht eine Chance, nach Hollywood zu kommen.»
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Die durch ihr Tagebuch bekannt gewordene Anne Frank und ihre Familie, die sich vor den Nationalsozialisten in einer Wohnung in Amsterdam versteckt hatten, sind laut einer neuen Studie möglicherweise nicht verraten, sondern durch Zufall entdeckt worden.

Wie das Anne-Frank-Museum in Amsterdam in der Nacht zum Samstag mitteilte, hatten die Polizisten, die das Versteck 1944 entdeckten, wegen Betrugs mit Lebensmittelmarken und illegaler Beschäftigung ermittelt.

1942 untergetaucht, 1944 deportiert

Die deutsche Familie Frank war vor den Nationalsozialisten in die Niederlande geflohen. Ab Juli 1942 lebten die Franks zusammen mit anderen Untergetauchten in einem Versteck im Hinterhaus einer Amsterdamer Wohnung, bis sie im August 1944 entdeckt und deportiert wurden. Anne Franks Vater veröffentlichte später das Tagebuch seiner Tochter, das sie in dem Versteck an der Prinsengracht schrieb.

«Die Frage war immer: 'Wer verriet Anne Frank und die anderen Untergetauchten?', aber sich auf eine Denunziation zu konzentrieren, beschränkt den Blick auf die Festnahme», erklärte das Museum.

Viel passierte in der Prinsengracht

Der Wissenschaftler Gertjan Broek betrachtete für seine Nachforschungen vor allem Tagebucheinträge von März 1944. Er schloss daraus, dass sich «in der Prinsengracht 263 mehr Dinge ereigneten, als dass Menschen im geheimen Anbau versteckt waren».

Angestellte einer Firma im Erdgeschoss des Gebäudes seien einige Monate zuvor wegen Handels mit Lebensmittelmarken festgenommen worden. Das habe eine Durchsuchung zur Folge gehabt, bei der die Untergetauchten möglicherweise «schlicht durch Zufall» entdeckt worden seien, erklärte er.

Verrat nicht ausgeschlossen

Die neue Studie schliesse die Möglichkeit eines Verrats nicht aus, sagte der Leiter des Anne-Frank-Museums, Ronald Leopold. Er hoffe aber, dass sie Anlass zu weiteren Nachforschungen gebe.

Anne Frank starb Anfang 1945 im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus. Ihr Vater Otto Frank war der einzige Überlebende der Versteckten aus dem Hinterhaus. Das in 67 Sprachen übersetzte «Tagebuch der Anne Frank» zählt mit 30 Millionen verkauften Exemplaren zu den meistgelesenen Büchern weltweit.

SDA/kat

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