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«Die Verletzten schreien aus vollem Hals: ‹Es lebe die Schweiz!›»

Die Zürcher Malerin Sophie Schaeppi war 62 Jahre alt, als der 1. Weltkrieg ausbrach. Sie hielt ihre Eindrücke in ihrem Tagebuch fest.

Ein Kapitel der Schweizer Geschichte: Kranke deutsche Kriegsgefangene beim Landesmuseum (1916). Foto: Photopress-Archiv (Keystone)
Ein Kapitel der Schweizer Geschichte: Kranke deutsche Kriegsgefangene beim Landesmuseum (1916). Foto: Photopress-Archiv (Keystone)

Die Winterthurer Malerin Sophie Schaeppi (1852–1921) zügelte Ende August 1917 von ihrer Heimatstadt nach Zürich, wo sie im Hotel Glockenhof ihre letzte Bleibe fand. In ihren Tagebüchern verfolgte sie mit grosser Sorge die Lage im In- und Ausland:

«Es ist betrüblich, jeden Abend den Zug mit Schwerverletzten vorbeifahren zu sehen. In der Nähe unseres Hauses wird der Zug langsamer, bevor er in den Bahnhof einfährt. Man sieht deutlich die an den Wänden aufgehängten Bahren. Die weniger Verletzten öffnen die Fenster und schreien aus vollem Hals: ‹Es lebe die Schweiz!› Ich kann meine Tränen nicht zurückhalten.» (10. März 1915)

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