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«Heute haben wir mehr nukleare Akteure und unberechenbarere»

Der Erste Weltkrieg wirkt unendlich fern. Und doch erinnern den Politologen Herfried Münkler einige aktuelle Konflikte an die Situation von 1914. Ein Gespräch über China und mögliche Kriegsgefahren.

Der Erste Weltkrieg bestimmte spätere Konflikte wie die jugoslawischen Verfallskriege: Muslimische Frauen und Kinder essen Schnee während ihrer Evakuation aus Srebrenica (1993).
Der Erste Weltkrieg bestimmte spätere Konflikte wie die jugoslawischen Verfallskriege: Muslimische Frauen und Kinder essen Schnee während ihrer Evakuation aus Srebrenica (1993).
STR/Reuters
«China forderte früher mit der Seeflotte England heraus, heute die USA»: Chinesisches Kriegsschiff anlässlich einer Militärfeier. (2009).
«China forderte früher mit der Seeflotte England heraus, heute die USA»: Chinesisches Kriegsschiff anlässlich einer Militärfeier. (2009).
Guang Niu/AP)
«Wird Iran Atommacht, besteht die Gefahr, dass als Reaktion eine ‹arabische Bombe› gebaut wird»: Satelliten-Aufnahme einer iranischen Nuklearanlage.
«Wird Iran Atommacht, besteht die Gefahr, dass als Reaktion eine ‹arabische Bombe› gebaut wird»: Satelliten-Aufnahme einer iranischen Nuklearanlage.
Space Imaging Middle East/Getty Images
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Herr Münkler, gemeinhin wird der Erste Weltkrieg als die «Urkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts» bezeichnet. Ist alles, was an Schrecken in diesem Jahrhundert folgt, wirklich eine Folge dieses Kriegs?

Ja. Man kann die europäische Geschichte nicht begreifen ohne eine gründliche Betrachtung des Ersten Weltkriegs. Es ist dieser Krieg, der den weiteren Verlauf des 20. Jahrhundert bestimmt hat, bis heute – denken Sie an die jugoslawischen Zerfallskriege. Auch viele der aktuellen Probleme im Nahen und Mittleren Osten resultieren aus dem Zerfall des Osmanischen Reichs im Gefolge des Kriegs von 1914 bis 1918.

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