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«Hier war das Zentrum des Bösen»

Auf dem früheren Gelände der SS-Zentrale hat heute eine Stätte eröffnet, in der die Gräuel der Nazi-Terrororganisationen dokumentiert sind. An ihr ist dreissig Jahre lang gebaut worden.

Bundespräsident Horst Köhler hat am Donnerstag ein neues Dokumentationszentrum zur Geschichte der NS-Terrororganisationen eröffnet. Das Haus der Topographie des Terrors diene der Aufklärung und solle den Besuchern «eine Vorstellung von dem Leid zu vermitteln, das von diesem Ort ausging», sagte Köhler bei einer Feier am Abend.

Das Dokumentationszentrum liegt auf den Grundstücken, auf denen bis 1945 die Zentralen von SS, Gestapo und Reichssicherheitshauptamt standen. «Hier war das Zentrum des Bösen», sagte der Geschäftsführende Direktor der Stiftung, Andreas Nachama. In einer Dauerausstellung werden Fotografien und schriftliche Dokumente zur Geschichte der NS-Terrororganisationen gezeigt.

22 Millionen Euro Kosten

Köhler lobte, dass sich die Topographie des Terrors vor allem als ausserschulischer Lernort für junge Leute verstehe. «Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gehört zum Fundament unseres Selbstverständnisses als Nation.» Das neue Gebäude zeuge zudem von «der wachsenden Bereitschaft, neben den Opfern des Nationalsozialismus und ihren Geschichten auch die Täter und ihre Biografien in den Blick zu nehmen».

Die Topographie des Terrors ist seit den 1980er Jahren allmählich entstanden. Ein erster Versuch, ein festes Gebäude für die Ausstellung zu errichten, war an Kostenexplosion und baulichen Schwierigkeiten gescheitert. Nach dem Entwurf einer Berliner Architektin ist nun ein quadratisches einstöckiges Gebäude entstanden, das aussen mit einem Metallgitter verkleidet ist. Die Aussenfläche ist zum Teil mit grauem Schotter bedeckt. Die Gesamtkosten von 22 Millionen Euro tragen Bund und Land je zur Hälfte.

Ein Stück der Berliner Mauer

Ziel sei es gewesen, «den Charakter des Garstigen und des Schwierigen» des Geländes zu erhalten, sagte Nachama. Als Teil der Nachkriegsgeschichte gehört zur Topographie des Terrors ein Stück der Berliner Mauer und ein kleines Waldstück, das seit 1945 über einen Teil des Schutts der NS-Ruinen gewachsen ist.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, sagte, mit dem Neubau gehe eine «lange Zeit der Irrungen und Wirrungen» zu Ende. Das Ausstellungs- und Besucherzentrum ergänze die Gedenkstätten an den Nazi-Terror in der Stadt, wie das Holocaust-Mahnmal in der Nähe. Die Topographie des Terrors sei ein «Ort der Täter». In den Gebäuden sei gefoltert worden und die Ermordung von Millionen Opfern sei hier geplant und organisiert worden. Damit sei die Stätte aber immer auch ein Ort des Gedenkens an die Opfer. Ab Freitag steht die Anlage in der Niederkirchstrasse den Besuchern offen.

ddp/oku

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