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Mädchen für alles

Die Menschen, die Anne Frank kannten, sind heute 90 Jahre alt. Man sollte sie besuchen. Und sich mit ihnen fragen, wie man das Erinnern in Würde am Leben hält.

«Bisher dachte ich immer, dass nur Kinder sich zanken»: Anne Frank. Foto: Frans Dupont (Anne Frank House / Keystone)
«Bisher dachte ich immer, dass nur Kinder sich zanken»: Anne Frank. Foto: Frans Dupont (Anne Frank House / Keystone)

Anne Frank friert. Geschlafen hat sie schon lange nicht mehr, weil es dafür viel zu kalt ist. Sie weiss nicht, wo ihre Eltern sind. Ihre Schwester Margot hat Typhus. Überall liegen Leichen herum, bald wird auch Margot tot sein. Es ist März 1945 in Bergen-Belsen.

Plötzlich hört sie die Stimme ihrer Freundin Hannah Pick-Goslar. Es ist Nacht, ein unerträglicher Gestank liegt in der Luft. Sie geht zum elektrischen Zaun. Auf der anderen Seite steht Hannah, 16 Jahre alt, ihre beste Freundin aus Amsterdam. Sie ist im Austauschlager von Bergen-Belsen interniert. Die SS pfercht hier Juden ein, die sie austauscht gegen Deutsche, die im feindlichen Ausland interniert worden sind. Austauschhäftlinge, das sind Juden, die Einwanderungspapiere haben. Hannahs Familie besitzt ein Visum für Paraguay.

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