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«Mutter der Atombombe»

Die österreichische Physikerin Lise Meitner war eine der wenigen Frauen, die gute Chancen auf einen Nobelpreis hatten. Doch bei der Vergabe wurde die Mitentdeckerin der Kernspaltung übergangen.

Lise Meitner (1878 - 1968) war schon in jungen Jahren eine begeisterte Physikerin. Hier kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit in Wien im Jahr 1906.
Lise Meitner (1878 - 1968) war schon in jungen Jahren eine begeisterte Physikerin. Hier kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit in Wien im Jahr 1906.
Courtesy Master & Fellows of Churchill College
Seit 1908 arbeitete Lise Meitner über 30 Jahre lang eng mit dem Chemiker Otto Hahn zusammen. Hier im Labor am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem, ca. 1925.
Seit 1908 arbeitete Lise Meitner über 30 Jahre lang eng mit dem Chemiker Otto Hahn zusammen. Hier im Labor am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem, ca. 1925.
NARA
Ein Opfer aus Hiroshima zeigt seine Brandwunden an den Armen. Aufnahme ca. 1947
Ein Opfer aus Hiroshima zeigt seine Brandwunden an den Armen. Aufnahme ca. 1947
Getty
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Die Nachricht vom Atombombenabwurf von Hiroshima am 6. August 1945 ­erreichte die Physikerin Lise Meitner in einem kleinen Ferienhotel in Zentralschweden. Ein Journalist hatte sie angerufen und wollte wissen, was sie vom Desaster halte. In den USA und in Schweden, wohin Lise Meitner 1938 aus Nazideutschland fliehen musste, galt die ­österreichische Kernphysikern als «jüdische Mutter der Atombombe». Lise Meitner beschied dem Reporter, dass sie nichts davon wüsste und deshalb nichts sagen könne. Sowohl die Brandmarkung als Mutter der Atombombe wie auch die Betonung ihrer jüdischen Herkunft ­waren der protestantisch erzogenen Wienerin unangenehm.

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