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Sowjets wollten auf dem Mond Atombombe zünden

Es wäre die ultimative Machtdemonstration gewesen: Laut einem Geheimdokument wollten die Sowjets im All eine Nuklear-Show veranstalten.

Im Visier von Militärs: Während des Kalten Kriegs wollten Sowjets mit einer Atombombe einen weiteren Krater in den Mond sprengen. (Archivbild)
Im Visier von Militärs: Während des Kalten Kriegs wollten Sowjets mit einer Atombombe einen weiteren Krater in den Mond sprengen. (Archivbild)
NASA, Keystone
Das Vorhaben wurde abgeblasen, da mit unerwarteten Problemen zu rechnen war. (Archivbild)
Das Vorhaben wurde abgeblasen, da mit unerwarteten Problemen zu rechnen war. (Archivbild)
U.S. Army, Keystone
Stattdessen kam es zu einem friedlichen Besuch des Erdtrabanten durch die USA: Die Apollo 11 brachte zum ersten Mal Menschen auf den Mond. (Archivbild)
Stattdessen kam es zu einem friedlichen Besuch des Erdtrabanten durch die USA: Die Apollo 11 brachte zum ersten Mal Menschen auf den Mond. (Archivbild)
NASA, Keystone
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Die Sowjetunion hat Geheimpapieren zufolge die Zündung einer Atombombe auf dem Mond in Auftrag gegeben. Die Sowjetführung habe bei einer Sitzung 1958 beschlossen, Pläne dafür zu entwickeln, sagte der Historiker Matthias Uhl der Nachrichtenagentur dpa in Moskau.

Die Explosion hätte unvorhersehbare Konsequenzen gehabt. Atompilz nach dem Test einer Wasserstoffbombe 1956 über dem Bikini Atoll im Pazifik. (Archivbild)
Die Explosion hätte unvorhersehbare Konsequenzen gehabt. Atompilz nach dem Test einer Wasserstoffbombe 1956 über dem Bikini Atoll im Pazifik. (Archivbild)

Uhl, der am Deutschen Historischen Institut in Moskau arbeitet, hatte die Akten vor einiger Zeit im russischen Staatsarchiv entdeckt und nun veröffentlicht.

Seismische Welle

«Wir können ganz eindeutig sagen, es hat eine Sitzung beim Politbüro stattgefunden, auf der beschlossen wurde, wir bringen einen nuklearen Sprengsatz zum Mond, lassen ihn dort zünden», sagt Uhl in einem Interview dem Nachrichtensender «MDR». Die Explosion hätte eine seismische Welle ausgelöst sowie einen Auswurf von Mondgestein über mehrere Kilometer, wie der Militärhistoriker Alexander Jazakow sagt.

Die Pläne aus dem engsten Führungskreis sahen Uhl zufolge vor, eine Rakete mit einer Bombe zu bestücken, die eine Sprengkraft ähnlich der Hiroshima-Bombe hatte. Die Zündung sollte als Machtdemonstration im Kalten Krieg dienen.

Motiviert vom Wille, Macht zu demonstrieren, strebten die beiden Supermächte nach grossen Vorhaben im Weltraum. Die Apollo 11 bringt 1969 zwei Astronauten auf den Erdtrabanten. (Archivbild)
Motiviert vom Wille, Macht zu demonstrieren, strebten die beiden Supermächte nach grossen Vorhaben im Weltraum. Die Apollo 11 bringt 1969 zwei Astronauten auf den Erdtrabanten. (Archivbild)

Sowjetische Naturwissenschaftler hätten jedoch davor gewarnt, dass es beim Raketenstart zur Explosion der Bombe und nicht kalkulierbaren Folgen kommen könnte. Deshalb wurde das Vorhaben einige Monate später wieder aufgegeben.

Erschwerte Kolonisierung

Ähnliche Pläne sollen auch die USA gehabt haben, wie 2012 bekannt geworden war. Ein möglicher unerwünschter Effekt einer Bombardierung des Mondes mit Atomwaffen wäre die Kontamination der Oberfläche mit Radioaktivität. Das hätte Pläne für eine geplante Kolonisierung des Himmelskörpers erschwert. Auch ein misslungener Raketenstart hätte eine Katastrophe auf der Erde auslösen können.

SDA/oli

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