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Vorschriften zur Sklavenhaltung

Archäologen haben in Nordisrael Fragmente eines 3700 Jahre alten Gesetzeskodex entdeckt. Der Text in Keilschrift steht auf einem winzigen Stein.

Auf der Tonscherbe finden sich Vorschriften für die Sklavenhaltung, wie Ausgrabungsleiter Amnon Ben-Tor von der Hebräischen Universität Jerusalem bekannt gab. «Das ist das erste Fragment eines Gesetzestextes, der im Heiligen Land und sogar ausserhalb Mesopotamiens gefunden wird», sagte Ben-Tor. Es sei um 1700 vor Christus entstanden. Entdeckt haben es die Archäologen in den Ruinen der Stadt Hasor im heutigen Nordisrael, die früher an der Handelsstrasse zwischen Ägypten und Asien lag.

Mit den Städten Babylons und Syriens trieb Hasor unter anderem Zinnhandel, um Grundstoffe für ihre Bronze-Industrie zu beschaffen. Dabei unterhielt die Stadt auch direkte politische Beziehungen zu Mesopotamien, das zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris im heutigen Nordirak und Syrien lag.

«Auge um Auge»

Die Tonscherbe mit akkadischer Keilschrift ist laut Ben-Tor nur zwei mal 1,5 Zentimeter gross. Dicht gedrängt auf beiden Seiten seien vier Zeilen Text zu sehen. Der Kodex ähnelt laut den Archäologen jenem des babylonischen Herrschers Hammurabi.

Der Kodex von Hammurabi, der aus der Zeit um 1750 vor Christus stammt, ist einer der ältesten Gesetzestexte der Welt, die praktisch vollständig erhalten sind. Das Regelwerk fordert unter anderem die Bestrafung «Auge um Auge» und wird derzeit im Pariser Louvre gezeigt.

SDA/raa

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