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«Glück» – der populärste Kurs der Yale-Universität

An der Yale-Universität in den USA lernen Studenten, glücklich zu sein. Das macht Professoren unglücklich.

Höhepunkte des Glücks?: Während ihrer Studienzeit suchten mehr als die Hälfte der Studenten an der Yale-Universität psychologische Unterstützung. Ein Kurs soll nun Unterstützung bringen. (Bild: PD)
Höhepunkte des Glücks?: Während ihrer Studienzeit suchten mehr als die Hälfte der Studenten an der Yale-Universität psychologische Unterstützung. Ein Kurs soll nun Unterstützung bringen. (Bild: PD)

Nur wenige schaffen den Zutritt an die wohl renommierteste Universität der USA. Doch obwohl sie ein grosses Ziel erreicht haben, sind viele von ihnen nicht glücklich, sie fühlen sich im Laufe ihrer ersten Studienmonate überfordert oder gar hoffnungslos.

Nun bietet die Universität einen Kurs an, in dem die Studenten lernen können, was es heisst, glücklicher zu leben. Sie lernen darin sogar wissenschaftlich basierte Strategien kennen, um dieses Ziel zu erreichen.

Der erste Glückskurs an der Yale-Universität trägt den klingenden Titel: «Psychologie & das gute Leben». Er geht in die Geschichte ein als der populärste Kurs der 316-jährigen Universität.

Ein Viertel der Studenten, die noch keinen Bachelorabschluss hatten, nahmen am Kurs teil. Eine Woche nach der Publikation des Kurses hatten sich schon 1180 Studenten eingeschrieben.

84 Prozent der Studierenden fühlten sich überfordert

Association-National College Health Assessment

Die Untersuchungen der Yale-Universität von 2013 zeigten, dass über die Hälfte ihrer Studenten während ihrer Zeit auf dem Campus psychologische Hilfe suchten. Bereits 2009 besagte eine Studie der American College Health Association mit 80'121 Probanden, dass sich 84 Prozent der Studierenden überfordert fühlten von all den Dingen, die sie tun sollten. Zudem gab ein Viertel von ihnen an, sich zeitweise so depressiv zu fühlen, dass sie es schwierig fanden zu handeln. (Mehrfachnennungen waren möglich)

Ich denke, die Studenten suchen nach einem Sinn.

Peter Salovey

Der Leiter der Yale-Universität, Peter Salovey, befasste sich schon früh mit dem Forschungsgebiet der emotionalen Intelligenz. Er sagte am WEF in Davos zum Newsportal «Quarz»: «Ich denke, die Studenten suchen nach einem Sinn. Sie sind heutzutage welterfahrener als zuvor, doch es fehlt ihnen an Resilienz.» Mit «Resilienz» ist die psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie mittels eigener Ressourcen zur Weiterentwicklung zu nutzen, gemeint.

Laurie Santos, Professorin für Psychologie und Dozentin des begehrten Kurses, sagte: «Das Feedback zu den Kursen war überwältigend positiv. Die Studenten nehmen sich die Ideen mehr zu Herzen, als wir dachten.»

Der Kurs hatte bald den Ruf zu «easy» zu sein.

Ihr Kurs beinhaltet Themen wie die psychologischen Vorzüge von Wohltätigkeit bis hin zu Anleitungen, wie man eine bedeutungsvolle Karriere machen kann. Sie erklärte, dass sie ihren Schützlingen empfehle, den Kurs nach den Prüfungen zu machen, da der Notendruck und das Konkurrenzdenken sich ebenfalls negativ auf das Glücksgefühl auswirkten. Ob die Studenten die anfallenden Hausarbeiten gemacht hätten, kontrolliere sie nicht.

Die Kritik am viel besuchten Angebot liess nicht lange auf sich warten. Der Kurs hatte bald den Ruf, «easy» zu sein. Andere Dozenten machte der Glückskurs gar unglücklich, da der Ansturm auf den Kurs bewirkte, dass ihre Auditorien viel leerer als sonst waren.

So beschloss die Universität, den Kurs «Psychologie & das gute Leben» trotz des offensichtlichen Interesses um des Friedens willen nicht zu wiederholen. «Es wäre nicht fair, den anderen Klassen und Kursen die Studenten zu nehmen», sagte der Direktor der Psychologiestudenten Woo-Kyoung Ahn, «das verursacht Konflikte.»

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Wie glücklich sind die Leute weltweit? Der UNO-Happyness-Report listet die glücklichsten Länder der Welt auf:

Schweden teilt den zehnten Platz in der Liste der glücklichsten Länder mit...
Schweden teilt den zehnten Platz in der Liste der glücklichsten Länder mit...
PD
...Australien. Der Kontinent auf der Südhalbkugel umfasst neben Australien auch noch Tasmanien und einige weitere Inseln im Ozean.
...Australien. Der Kontinent auf der Südhalbkugel umfasst neben Australien auch noch Tasmanien und einige weitere Inseln im Ozean.
PD
Platz 155: Die Zentralafrikanische Republik belegt den letzten Platz auf der Liste der glücklichsten Länder.
Platz 155: Die Zentralafrikanische Republik belegt den letzten Platz auf der Liste der glücklichsten Länder.
PD
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