Mädchen werden in Physik oft benachteiligt

Anstrengung sollte belohnt werden. Doch Lehrerinnen und Lehrer mit wenig Erfahrung benoten Mädchen bei gleicher Leistung in Physik oft schlechter als Buben.

Besonders unerfahrene Lehrer benoten die Geschlechter unterschiedlich: Gymnasiasten des Lyceums Alpinum in Zuoz im Physikunterricht. (23. September 2004)

Besonders unerfahrene Lehrer benoten die Geschlechter unterschiedlich: Gymnasiasten des Lyceums Alpinum in Zuoz im Physikunterricht. (23. September 2004) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Eine Studie der ETH Zürich offenbart, dass Schülerinnen in der Schweiz im Fach Physik bei gleicher Leistung und Antwort um mehr als eine halbe Note (0,7) schlechter bewertet werden, als ihre männlichen Mitschüler.

Die ETH-Lernforscherin Sarah Hofer bat 780 Lehrerinnen und Lehrer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die in der Sekundarschule Physik unterrichten, eine nur zum Teil korrekte Prüfungsantwort aus der klassischen Mechanik zu benoten. Diese war in jedem Fall exakt gleich formuliert, aufgrund eines Einleitungstextes ging jedoch der eine Teil der Teilnehmenden davon aus, eine Schülerin zu bewerten, der andere von einem Schüler. Die Fragestellung der Studie war den Teilnehmenden nicht bekannt.

Ungleiche Voraussetzung

Beim Vergleich der Noten stellte sich heraus, dass Lehrerinnen und Lehrer mit weniger als zehn Jahren Erfahrung das fiktive Mädchen schlechter bewerten als den fiktiven Schüler. Bei Lehrpersonen mit fünf oder weniger Jahren Berufserfahrung machte der Unterschied in der Schweiz 0,7 Noten aus. In Österreich sogar 0,9.

In Deutschland zeigte sich indes ein spezielles Bild: Während Lehrer die Schüler unabhängig vom Geschlecht gleich bewerteten, liessen sich Lehrerinnen von ihren Vorurteilen leiten. Bei weniger als fünf Jahren Berufserfahrung benoteten sie Mädchen fast eine ganze Note schlechter. Worauf diese Unterschiede beruhen, bleibt jedoch unklar. (nag/sda)

Erstellt: 11.01.2016, 15:02 Uhr

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