Ärzte transplantieren erstmals einen Penis

Ein 21-jähriger Südafrikaner musste seinen Penis infolge einer Infektion amputieren lassen. Ärzten ist es nun gelungen ihm einen neuen Penis zu transplantieren – er sei nach drei Monaten schon «voll funktionsfähig».

Pioniere der Transplantation: Prof. Andre van der Merwe (l.) und Prof. Rafique Moosa (r.) von der Stellenbosch Universität geben die geglückte Penis-Transplantation bekannt. (13. März 2015)

Pioniere der Transplantation: Prof. Andre van der Merwe (l.) und Prof. Rafique Moosa (r.) von der Stellenbosch Universität geben die geglückte Penis-Transplantation bekannt. (13. März 2015) Bild: AFP

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Erstmals ist es Ärzten in Südafrika nach eigenen Angaben gelungen, erfolgreich einen Penis zu transplantieren. Drei Monate nach der Operation Mitte Dezember sei der 21-jährige Empfänger wohlauf und das Organ voll funktionsfähig, erklärten die Mediziner in Kapstadt. «Wir haben bewiesen, dass es möglich ist – wir können jemandem ein Organ geben, das genauso gut ist wie das, was er hatte», erklärte der Chirurg Frank Graewe von der Universität Stellenbosch.

Dem Patienten war vor drei Jahren nach einer Infektion infolge einer schlecht ausgeführten Beschneidung bei einem Initiationsritus der Penis amputiert worden. In einer neunstündigen Operation am Tygerberg-Krankenhaus in Kapstadt erhielt er nun das Organ eines verstorbenen Spenders.

Die Ärzte seien selbst überrascht vom grossen Erfolg der Operation, sagte der Urologe Andre van der Merwe. Ziel der Mediziner sei es eigentlich gewesen, dass der transplantierte Penis in zwei Jahren voll funktionsfähig sein werde.

Neun weitere Transplantationen geplant

Die Ärzte planen nun in nächster Zeit neun weitere derartige Operationen. Der Bedarf für Penis-Transplantationen sei in Südafrika «grösser als irgendwo sonst in der Welt», sagte Van der Merwe. Grund sind die verbreiteten Initiationsriten in der Region, zu denen auch eine traditionelle Beschneidung gehört. Immer wieder kommt es dabei zu Infektionen bis hin zum Verlust des Organs. Einem Untersuchungsbericht zufolge starben zwischen 2008 und 2013 insgesamt 486 Jungen und junge Männer an den Folgen von Komplikationen bei den Riten.

Südafrika hatte lange Zeit eine Pionierrolle in der Transplantationschirurgie. Im Jahr 1967 gelang Chris Barnard in Kapstadt die erste Herztransplantation der Welt.

Bereits im Jahr 2006 hatten Ärzte in China eine Penis-Transplantation vorgenommen. Chirurgisch war der Eingriff ein Erfolg, doch mussten die Mediziner dem Mann das Organ nach zwei Wochen wegen «schwerer psychologischer Probleme des Patienten und seiner Frau» wieder abnehmen.

(pst/AFP)

Erstellt: 13.03.2015, 18:57 Uhr

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