Deutscher stirbt an Mers-Erkrankung

Ein 65-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen ist an den Folgen des Coronavirus gestorben. Er hatte sich in den Ferien mit dem Virus angesteckt.

Erstmals gibt es einen Mers-Toten in Europa. Seuchenspezialisten desinfizieren einen Ort in Südkorea.

Erstmals gibt es einen Mers-Toten in Europa. Seuchenspezialisten desinfizieren einen Ort in Südkorea. Bild: Keystone

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Ein 65 Jahre alter Mann aus Nordrhein-Westfalen ist an den Folgen seiner Mers-Erkrankung gestorben. Er erlag in der Nacht zum 6. Juni im Krankenhaus im niedersächsischen Ostercappeln einer Folgeerkrankung, die auf das Coronavirus zurückzuführen ist, teilte die Niels-Stensen-Klinik am Dienstag mit.

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Offenbar führte ein Organversagen zum Tod des Mannes. Er hatte sich im Februar bei einer Urlaubsreise nach Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) mit dem tödlichen Erreger infiziert. Nachdem er die Mers-Erkrankung überwunden hatte, war er seit Mitte Mai nicht mehr auf einer Isolierstation behandelt worden.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurde das hochansteckende Virus bisher bei drei Patienten in Deutschland nachgewiesen. Zwei Fälle stammen von 2012 und 2013 – einer der beiden Patienten starb.

Bereits 19 Tote in Südkorea

Den letzten Fall ist nun jener vom März. Alle Angesteckten brachten den Erreger von der Arabischen Halbinsel mit. Weitere importierte Fälle seien jederzeit möglich, warnt das Robert-Koch-Institut. Es hat seine Reisewarnungen angepasst.

In Südkorea ist das Virus weiterhin nicht unter Kontrolle. Bereits sind 19 Menschen der Infektionskrankheit erlegen. In 154 Fällen wurde die Infektion inzwischen bestätigt. (dia)

Erstellt: 16.06.2015, 12:12 Uhr

Wie gross ist die Gefahr, dass Mers auch in der Schweiz auftritt?

In der Schweiz ist bis jetzt noch kein Fall aufgetreten. Ausgeschlossen ist dies allerdings keineswegs, schliesslich hatten verschiedene europäische Länder und die USA bereits vereinzelte Infektionen.

Deutschland hatte schon mehrere Mers-Fälle. Alle Patienten hatten sich wahrscheinlich kurz vorher auf der Arabischen Halbinsel angesteckt.

In der Schweiz hält jedoch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Wahrscheinlichkeit für einen Mers-Fall aus heutiger Sicht für gering. «Welche Massnahmen im Einzelnen getroffen werden müssten, hängt von den Umständen des Falls ab», schreibt das BAG auf Anfrage. «Sicher ist, dass ein Patient in einem Spital isoliert behandelt würde.» (ta)

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