EHEC-Erreger: Schon sechs Tote

Die Suche nach der Herkunft des gefährlichen Durchfallerregers EHEC läuft weiter auf Hochtouren. Nach Spanien rückt nun die Niederlande in den Fokus. Der Erreger forderte mittlerweile eine weitere Tote.

EHEC-Erreger unter dem Mikroskop: Institut HZI in  Braunschweig. (26. Mai 2011)

EHEC-Erreger unter dem Mikroskop: Institut HZI in Braunschweig. (26. Mai 2011) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Zahl der Todesfälle durch den Darmkeim EHEC ist in Deutschland auf sechs gestiegen. Nach dem Fund des Darmkeims auf drei aus Spanien importierten Gurken in Deutschland überprüften die spanischen Behörden wegen der möglichen Verunreinigung von Gemüse zwei Betriebe.

In Niedersachsen forderte der EHEC-Erreger erneut ein Todesopfer. Eine über 70-jährige Frau aus Cuxhaven starb am Freitagmorgen in einem Bremer Krankenhaus an HUS, dem Hämolytisch-Urämischen Syndrom. Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium mitteilte, wurde die Infektion bei der Frau labordiagnostisch nachgewiesen.

In allen Bundesländern Kranke

Zudem habe sich der Tod einer 41-jährigen Frau vom vergangenen Mittwoch auf EHEC zurückführen lassen. Die Frau stammte ebenfalls aus Cuxhaven. Damit ist die Zahl der bestätigten Todesfälle durch EHEC in Deutschland auf 5 gestiegen.

In Deutschland sind mittlerweile in allen Bundesländer Menschen am gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) erkrankt. Sie wurden mit dem Durchfall-Bakterium EHEC infiziert; der schwere Verlauf der Infektion wird HUS genannt. Dabei können giftige Stoffwechselprodukte des Bakteriums zu Nierenschäden führen.

In Dänemark und Schweden sind bis Freitag 32 EHEC-Krankheitsfälle nachgewiesen worden, wie die Gesundheitsbehörden in Kopenhagen und Stockholm mitteilten. Alle Betroffenen seien zuvor in Deutschland auf Reisen gewesen.

In Spanien keine keine EHEC-Belastung gemeldet

Das Hamburger Hygiene-Institut hatte den Darmkeim am Donnerstag auf drei Salatgurken aus Spanien gefunden. Gemäss der EU-Kommission stammen die Gurken von Unternehmen aus Malaga und Almería in der südspanischen Region Andalusien.

Noch sei aber unklar, ob es zu der Verunreinigung in Spanien oder beim Transport oder beim Umladen der Ware in Deutschland gekommen sei, erklärte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitag. In Spanien sei bislang keine EHEC-Belastung gemeldet worden.

Eines der betroffenen Unternehmen, Pepino Bio Frunet in Malaga, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur DAPD, dass eigene Tests an den Gurken des betroffenen Bauern keine Verunreinigung ergeben hätten.

Berichte zurückgewiesen

Eine Sprecherin äusserte die Vermutung, dass die Erreger in Deutschland an die Gurken gelangt seien. Ihr liege eine E-Mail des Grosshändlers in Hamburg vor, wonach eine Palette mit 180 Kisten Gurken vom Transporter auf den Boden gefallen sei.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks wies dies zurück. «Dass die belasteten Gurken von einer einzigen Palette stammten, die durch ein Umkippen verseucht wurden, können wir aufgrund der Probenentnahme an unterschiedlichen Stellen ausschliessen», sagte Prüfer-Storcks.

Die Niederlande wiesen am Freitag Berichte über eine mit dem EHEC- Erreger infizierte Gurke, die aus Holland stammen soll, als unzutreffend zurück. Mit dem EHEC-Erreger kontaminierte Gurken aus Spanien sind unterdessen auch bei zwei Grosshändlern in Dänemark entdeckt worden. (kpn/bru/dapd/sda)

Erstellt: 27.05.2011, 15:19 Uhr

Artikel zum Thema

Spanischer Hersteller hat eine Erklärung für seine verseuchten Gurken

Laut dem Hersteller der mit dem EHEC-Erreger verseuchten Gurken wurde das Gemüse erst auf dem Weg nach Deutschland kontaminiert. Derweil verstärkt der Schweizer Detailhandel seine Stichproben. Mehr...

«Der Ausbruch geht weiter»

Laut dem deutschen Robert-Koch-Institut gibt es bei den EHEC-Erregern keine Entwarnung. Die Zahl der Erkrankten stieg in der Nacht dramatisch an. Bislang forderte das Bakterium fünf Tote. Mehr...

Die Quelle des Erregers liegt in Spanien

Deutsche Wissenschaftler haben die Herkunft des gefährlichen Darmkeims EHEC entdeckt. Die Schweizer Behörden klären jetzt ab, ob solche auch hierzulande im Umlauf sind. Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bitte lächeln: Frankie die Bordeauxdogge stellt sein Löwenkostüm zur Schau. Er nimmt mit seinem Herrchen an der Tompkins Square Halloween Hundeparade in Manhattan teil (20. Oktober 2019).
(Bild: Andrew Kelly) Mehr...