EHEC-Erreger fordert zehntes Opfer

In Deutschland sind bisher neun Frauen und ein Mann am Darmerreger EHEC gestorben. In der Schweiz sind zwei Fälle in Abklärung. Derweil bahnt sich ein Streit zwischen Spanien und Deutschland an.

Angst vor dem EHEC-Erreger: Salatbar in Hamburg.

Angst vor dem EHEC-Erreger: Salatbar in Hamburg. Bild: Reuters

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Der Durchfallerreger EHEC hat in Deutschland weitere Todesopfer gefordert. Heute wurden drei neue Todesfälle bekannt. Damit sind in Deutschland mindestens zehn Menschen gestorben. In der Schweiz ist eine Frau vermutlich am gleichen EHEC-Subtyp erkrankt, zwei weitere Verdachtsfälle werden abgeklärt.

In Schleswig-Holstein starben heute nach Spitalangaben zwei 84- und 86-jährige Frauen. Im selben Bundesland war bereits am Donnerstagabend eine 38 Jahre alte Frau in einem Kieler Spital gestorben, wie erst heute bekannt wurde. Alle drei erlagen der schweren Komplikation HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom. In Hamburg starb in der Nacht auf heute eine 87-jährige Frau, die ebenfalls an HUS litt. Von den neun Toten waren acht Opfer Frauen. Bislang stammen alle Todesopfer aus Norddeutschland.

Ein Fall in der Schweiz - zwei Fälle in Abklärung

Bislang wurden deutschlandweit rund 1000 bestätigte und EHEC- Verdachtsfälle registriert. Normalerweise werden in Deutschland im gesamten Jahr etwa 900 Infektionen mit den Bakterien gemeldet. Auch die Zahl der an einer schweren Darminfektion erkrankten Menschen stieg vorab im Norden des Landes weiter an. In Schleswig- Holstein gab es bis gestern Abend 73 bestätigte HUS-Fälle. In Niedersachsen leiden mittlerweile 42 Menschen an HUS. «Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der Schwererkrankten noch weiter steigt», sagte der Sprecher des Sozialministeriums.

In der Schweiz erkrankte eine Frau nach der Rückkehr aus Norddeutschland an Durchfall, der vermutlich durch den gleichen Stamm von EHEC-Bakterien verursacht wurde, der in Deutschland auftritt. In einem zweiten und einem dritten EHEC-Fall wird derzeit abgeklärt, ob es sich um denselben Subtyp des Bakteriums handelt, der für die Krankheitswelle in Deutschland verantwortlich ist. Die Resultate sollten nächste Woche vorliegen, wie Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagte.

Krankheitsfälle gibt es auch im Ausland: Schweden hat bisher 25 nachgewiesene EHEC-Erkrankungen, Dänemark sieben, Grossbritannien drei, Österreich zwei und die Niederlande eine.

Spanische Kritik an deutschen Behörden

Aus Spanien und den Niederlanden wird heftige Kritik an den Veröffentlichungen deutscher Behörden zu EHEC-Quellen laut. Man habe bei der EU eine Beschwerde gegen die deutschen Berichte eingelegt, teilte das Madrider Agrarministerium mit. Deutschland habe gegen EU-Regeln verstossen, sagte der Staatssekretär Josep Puxeu. Die Behörden hätten zuerst die Presse unterrichtet und nicht - wie vorgeschrieben - die Instanzen der EU. Dadurch drohten der spanischen Landwirtschaft grosse Verluste.

Spanische Behörden dementierten zudem Informationen der EU- Kommission, wonach zwei Agrarbetriebe in Südspanien wegen EHEC- Verdachts vorübergehend geschlossen worden seien. In den beiden Betrieben in den Provinzen Almería und Málaga seien lediglich bestimmte Mengen von abgeernteten Gurken vorsichtshalber sichergestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium der Region Andalusien in Sevilla mit.

Die Produktion in den beiden Betrieben sei in keiner Weise gestoppt worden. Experten entnahmen Boden-, Wasser und Produktproben. Diese werden derzeit analysiert.

EHEC-Keime sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Der Erreger ist vor allem deshalb gefährlich, weil nach Expertenangaben rund 10 bis 100 der winzigen Bakterien ausreichen, um den Durchfall auszulösen. (rub/bru/sda)

Erstellt: 28.05.2011, 21:30 Uhr

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Besonders vorsichtig sind nach der Erhebung Senioren. Während in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen nur 44 Prozent angaben, derzeit kein rohes Gemüse mehr zu essen, verzichten 71 Prozent der befragten Senioren ab 60 Jahren darauf. Nur 27 Prozent wollen trotz des Erregers auch weiterhin rohes Gemüse essen, wie aus aus der Befragung der 500 Menschen ab 14 Jahre hervorgeht. (dapd)

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