Ebola meldet sich zurück

In Liberia ist ein neuer Fall von Ebola aufgetreten. Auch in Sierra Leone manifestiert sich die Seuche wieder stärker.

Neue Seuchenangst: In der Gegend, in der das neuste Ebola-Opfer gestorben war, wird das Blut der Bewohner auf das Virus getestet.

Neue Seuchenangst: In der Gegend, in der das neuste Ebola-Opfer gestorben war, wird das Blut der Bewohner auf das Virus getestet. Bild: Abbas Dulleh/Keystone

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Auch wenn von der Ebola-Epidemie kaum noch die Rede ist: Die vor eineinhalb Jahren in Westafrika ausgebrochene Seuche ist noch immer nicht unter Kontrolle. Selbst aus Liberia, das vor gut sieben Wochen für Ebola frei erklärt worden war, wurde jetzt wieder ein Ebola-Fall gemeldet: Ein 17-Jähriger, der am Wochenende im Margibi-Distrikt nahe des internationalen Flughafens gestorben war, wurde nach seinem Tod als mit dem Virus infiziert getestet.

Tolbert Nyenswah, Vizegesundheitsminister des westafrikanischen Kleinstaats, bestätigte den neuen Ebola-Fall, rief die Bevölkerung jedoch auf, nicht in Panik zu geraten. Der Leichnam sei «sicher» beerdigt worden, sagte der Minister: Nun werde den Kontakten des Verstorbenen nachgegangen, um verdächtige Personen sofort in Quarantäne versetzen zu können. Wo sich der junge Mann angesteckt hatte, ist momentan noch unklar.

Ausgangssperre in Sierra Leone

Auch in Liberias Nachbarstaaten Sierra Leone und Guinea hat die Epidemie in den vergangenen Tagen wieder grössere Ausmasse angenommen. Allein aus Sierra Leone wurden in diesem Monat 60 Neuansteckungen gemeldet. In einem Krankenhaus der sierra-leonischen Hauptstadt Freetown mussten in der vergangenen Woche 34 Ärzte, Krankenpfleger und andere Gesundheitskräfte in Quarantäne versetzt werden, nachdem sie eine stark blutende Gebärende behandelt hatten, die sich später als Ebola positiv herausstellte. Präsident Ernest Bai Koroma verhängte über mehrere Distrikte im Nordwesten des Landes eine Ausgangssperre, aus denen die höchste Steigerung von Neuinfektionen gemeldet wurde. Insgesamt sind der Ebola-Epidemie in den vergangenen 18 Monaten mehr als 11'200 Menschen zum Opfer gefallen. Mit 4700 beziehungsweise 3900 Toten hatten Liberia und Sierra-Leone die meisten Sterbefälle zu beklagen. Experten warnten in jüngster Zeit wiederholt davor, die Seuche bereits als besiegt zu betrachten. Erst wenn in den dichtbevölkerten Regionen der westafrikanischen Staaten über drei Wochen lang kein einziger Todesfall mehr gemeldet werde, könne Entwarnung gegeben werden, hiess es. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.06.2015, 21:23 Uhr

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