Ebola-Medizin aus Bern?

Die Stiftung von Bill und Melinda Gates will ein Medikament ­gegen Ebola herstellen.

Ebola-Medizin aus Bern? Die Herstellung eines Medikaments wäre in Bern machbar, bestätigt Uwe E. Jochan, Leiter des Berner CSL-Standorts. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Ebola-Medizin aus Bern? Die Herstellung eines Medikaments wäre in Bern machbar, bestätigt Uwe E. Jochan, Leiter des Berner CSL-Standorts. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

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Wer Ebola überlebt, ist immun gegen die Krankheit. Der Körper eines Überlebenden konnte genügend Antikörper gegen das Virus bilden. Mit diesen Antikörpern wiederum könnten an Ebola erkrankte Menschen geheilt werden. Der australische CSL-Konzern, dessen Tochter CSL Behring auch ein grosses Werk in Bern betreibt, ist darauf spezialisiert, die Antikörper aus dem Blutplasma zu filtern und daraus Medikamente für Immunschwächepatienten herzustellen.

Vor einigen Wochen trat nun die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda an die CSL heran – mit der Idee, Antikörper von geheilten Ebola-Patienten als Medikament zu verwenden. Das berichtete gestern das «Wall Street Journal». Die CSL habe aufgrund der Anfrage eine Arbeitsgruppe gebildet, sagte Konzernchef Paul Perreault der Zeitung. Die Abklärungen befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium. Auch wenn die geheilten Ebola-Patienten bereit wären, Blutplasma für die Medikamentenherstellung zu spenden, wäre der Transport eine logistische und rechtliche Herausforderung.

Einrichtungen vorhanden

Uwe E. Jocham, Leiter des Berner CSL-Standorts, bestätigt, dass die Herstellung eines solchen Medikaments in Bern machbar wäre. Zwar haben auch andere CSL-Standorte entsprechende Produktionsanlagen. Doch das Werk in Bern ist innerhalb des Konzerns das Kompetenzzentrum für Antikörper und verfügt deshalb über die erforderlichen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. CSL-Chef Perreault sagte dem «Wall Street Journal», der Konzern würde das Ebola-Medikament zum Selbstkostenpreis abgeben. Er versicherte auch, dass das Medikament nicht in der westlichen Welt bleiben, sondern nach Afrika geliefert würde, um den Patienten verabreicht zu werden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.10.2014, 22:47 Uhr

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