Krebs ist häufigste Todesursache bei Männern

Die Schweizer Statistik des Jahres 2016 zeigt neue Tendenzen bei den Sterbeursachen. Vor allem bei den Männern gibt es Veränderungen.

Grosser Kampf gegen den Krebs: Das Forschungsinstitut IOR in Bellinzoa. (Archiv)

Grosser Kampf gegen den Krebs: Das Forschungsinstitut IOR in Bellinzoa. (Archiv) Bild: Keystone

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2016 starben in der Schweiz insgesamt 64'964 Menschen, vier Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus der am Montag veröffentlichten Todesursachenstatistik hervorgeht. 2015 lag die Zahl der Todesfälle wegen einer Grippe- und Hitzewelle überdurchschnittlich hoch. Dabei starben erstmals deutlich weniger Menschen, die demenzkrank waren. Krebs löste bei den Männern Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache ab.

Der Rückgang bei an Demenz verstorbenen Personen betrug gemäss den Angaben des Bundesamtes für Statistik neun Prozent. 2016 starben insgesamt 3975 Frauen und 1789 Männer an der Hauptdiagnose Demenz. In absoluten Zahlen entspricht dies etwa dem Ausmass von 2012.

Berücksichtigt man die Alterung der Bevölkerung, bedeutet dies eine leichte Abnahme von Demenztoten seit 2010. Demenz als Haupttodesursache hat in allen Alterskategorien abgenommen, sowohl bei den unter 65-Jährigen, bei denen Demenz extrem selten auftritt, als auch bei den über 80-Jährigen.

Einzig bei den Frauen über 85 nimmt die Demenz seit 2010 weiterhin leicht zu. In dieser höchsten Altersgruppe macht die Demenz bei den Frauen 17 Prozent und bei den Männern 11 Prozent der Todesursachen aus.

Je nach Alter unterschiedliche Todesursachen

Die Ursache, warum Menschen sterben, sind je nach Alter sehr unterschiedlich. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Unfälle und Selbsttötungen die häufigsten Todesursachen. Die Sterblichkeit ist in jungen Jahren allerdings insgesamt extrem tief. Im ersten Lebensjahr starben 3,6 von 1000 Säuglingen. Zwischen dem 1. und 16. Lebensjahr verstarb in der Schweiz im Jahr 2016 eines von 12'000 Kindern. In der Altersgruppe 30 bis 34 starben einer von 2200 Männern und eine von 3300 Frauen.

(Quelle: Bundesamt für Statistik, 17. Dezember 2018)

Insgesamt starben im Jahr 2016 erstmals mehr Männer an Krebs als an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dass letztere stärker abnehmen ist ein Trend, der gemäss Bundesamt für Statistik schon seit einigen Jahren zu beobachten ist.

Über die Gesamtbevölkerung gesehen bleiben allerdings Herz-Kreislauf-Krankheiten die häufigste Todesursache in der Schweiz. Krebskrankheiten belegen in dieser Statistik mit einem Anteil von 26,5 Prozent den zweiten Rang.

Die absolute Zahl von 17'201 Krebstoten hat sich gegenüber dem Vorjahr praktisch nicht verändert. Auffällig ist laut der Mitteilung, dass Lungenkrebs bei den Frauen weiterhin zunimmt ( 115 Personen). Brustkrebs blieb konstant.

Gestiegene Lebenserwartung

Für Frauen lag die Lebenserwartung in der Schweiz 2016 bei 85,3 Jahren (2015: 84,9 Jahre), Männer hatten eine solche von 81,5 Jahren (2015: 80,7 Jahre).

Rückläufig waren die Zahl der Selbsttötungen und assistierten Suizide. 759 Männer und 257 Frauen haben sich 2016 das Leben genommen, das sind insgesamt 57 Personen weniger als im Jahr zuvor. Sterbehilfe nahmen 399 Männer und 529 Frauen in Anspruch, das sind 37 assistierte Suizide weniger als 2015. (fal/sda)

Erstellt: 17.12.2018, 10:59 Uhr

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