Light-Getränke erhöhen das Diabetes-Risiko

Wer Softdrinks konsumiert, hat ein höheres Diabetes-Risiko als Fruchtsaft-Trinker, das zeigt eine neue Studie. Das Erstaunliche dabei: Lightprodukte scheinen noch ungesünder als die gezuckerte Brause.

Süsse Erfrischung mit Nachteilen: Limonadeflaschen in einem Geschäft in New York.

Süsse Erfrischung mit Nachteilen: Limonadeflaschen in einem Geschäft in New York. Bild: AFP

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Entgegen einer weit verbreiteten Überzeugung steigern süssstoffhaltige Light-Getränke das Risiko einer Diabetes-Erkrankung bei Frauen sogar noch mehr als Getränke mit gewöhnlichem Zucker. Zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschaftler des französischen Medizin-Forschungsinstituts Inserm in einer Studie, die in der US-Fachzeitschrift «Journal of Clinical Nutrition» veröffentlicht wurde.

Françoise Clavel-Chapelon und Guy Fagherazzi werteten seit 1993 die Daten von 66'188 Frauen aus, die zwischen 1925 und 1950 geboren wurden. Sie wurden alle zwei bis drei Jahre unter anderem zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.

Die Auswertung ergab, dass das Diabetes-Risiko bei Konsumentinnen von gezuckerten wie auch zuckerfreien Softdrinks höher ist als bei Frauen, die ungesüssten Fruchtsaft trinken. Bei Light-Softdrinks war das Risiko höher als bei gezuckerter Brause: Es steigt bei Frauen, die pro Woche einen halben Liter an Light-Getränken konsumieren, um 15 Prozent. Liegt der Konsum bei eineinhalb Litern künstlich gesüsster Brause pro Woche, steigt das Risiko sogar um 59 Prozent.

Direkte Ursache noch unklar

Zum Vergleich werteten die Forscher die Gesundheitsdaten von Frauen aus, die frisch gepresste Obstsäfte trinken. Bei ihnen wurde kein überhöhtes Diabetes-Risiko festgestellt.

Eine mögliche Erklärung für das gestiegene Diabetes-Risiko ist der Studie zufolge, dass Aspartam - einer der gängigsten Süssstoffe - zu einer Erhöhung des Blutzuckergehalts führt und damit zu einem Anstieg des Insulins. Dies kann zu einer Insulin-Resistenz führen, die der Auslöser für Diabetes ist. Der Effekt von Süssstoffen könnte somit vergleichbar mit dem von Zucker sein, heisst es in der Studie.

Die französischen Forscher räumen aber ein, dass zusätzliche Untersuchungen notwendig sind, um sicherzugehen, dass der Konsum von Light-Getränken die direkte Ursache eines erhöhten Diabetes-Risikos ist. (kle/AFP)

Erstellt: 07.02.2013, 17:09 Uhr

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