Spitäler streichen OPs für Dicke und Raucher

In Grossbritannien sollen die Gesundheitskosten massiv gesenkt werden – mit gravierenden Massnahmen.

Sparmassnahmen: Wer einen Body-Mass-Index von über 30 hat, läuft Gefahr in Grossbritannien nicht mehr behandelt zu werden. (Archivbild)

Sparmassnahmen: Wer einen Body-Mass-Index von über 30 hat, läuft Gefahr in Grossbritannien nicht mehr behandelt zu werden. (Archivbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Ein britischer Klinikverband in Vale of York plant übergewichtige Menschen und Raucher künftig sekundär zu behandeln und Operationen abzulehnen. Betroffene müssten bis zu ein Jahr auf Routineeingriffe wie Knie- oder Hüftoperationen warten, berichtet bbc.com.

Damit soll der Druck auf das britische Gesundheitswesen NHS minimiert werden. Betroffen wären Menschen mit einem Body-Mass-Index von 30 und höher. Die Richtlinien gelten nicht bei schwerwiegender Krankheit oder Verletzung.

«Kann nicht akzeptiert werden»

Es handle sich um die gravierendsten Einschränkungen, die es im britischen Gesundheitswesen je gegeben habe, heisst es beim Berufsverband der Chirurgen. Deren Präsident Clare Marx erklärte, man müsse Raucher und Übergewichtige darin unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören beziehungsweise Gewicht zu verlieren. «Dass Patienten mit Schmerzen länger auf die Behandlung warten müssen als klinisch notwendig, kann nicht akzeptiert werden», sagt er.

Der britische Gesundheitsdienst NHS will nun prüfen, ob die Pläne der Vale of York Clinical Comissioning Group mit den nationalen Klinikrichtlinien vereinbar seien. Übergewicht zu reduzieren und mit dem Rauchen aufzuhören, helfe nicht nur den Patienten, sondern könnte Millionen Pfund sparen, sagte ein Sprecher des NHS. Weitere Verbände ziehen ähnliche Massnahmen in Betracht. (psp/ij)

Erstellt: 03.09.2016, 17:21 Uhr

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