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«Ärzte geben oft Antidepressiva,wenn es gar nicht nötig wäre»

Schweizer Hausärzte schicken depressive Patienten zu selten in eine Psychotherapie. Das gibt Depressionsspezialist Daniel Hell zu denken.

Medikamente statt Therapie: Hausärzte verschreiben gegen Depressionen zu oft Antidepressiva und zu selten Psychotherapien.
Medikamente statt Therapie: Hausärzte verschreiben gegen Depressionen zu oft Antidepressiva und zu selten Psychotherapien.
Reuters

Herr Prof. Hell, eine Studie fand diese Woche, dass Depressionen in Schweizer Hausarztpraxen fünfmal seltener behandelt werden als in Deutschland. Machen unsere Allgemeinpraktiker schlechte Arbeit?

Kaum, man kann dies aus der Studie nicht schliessen. Wenn man in der Statistik die Anzahl Konsultationen mit der Anzahl Depressiver gleichsetzen würde, käme man auf über 300 000 Menschen in der Schweiz, die jedes Jahr von Hausärzten behandelt werden. Das fände ich beachtlich. Wenn man einberechnet, dass Psychiater und andere Fachärzte Depressive ebenfalls behandeln, kommt man auf schätzungsweise vier bis fünf Prozent der Bevölkerung. Internationale Untersuchungen liefern ähnliche Zahlen. Aber leider lassen sich diese Berechnungen nur bedingt aus der Studie ableiten.

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