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Blutdruck-Gen entdeckt

Bislang ist unklar, ob Salz im Essen wirklich Bluthochdruck auslöst. Forscher entdeckten nun ein Gen, das für die Volkskrankheit verantwortlich sein könnte.

Bluthochdruck schädigt das Herz – nun gibt es Hinweise auf genetische Ursachen: Ärzte operieren einen Patienten mit Herzinfarkt. (4. Mai 2006)
Bluthochdruck schädigt das Herz – nun gibt es Hinweise auf genetische Ursachen: Ärzte operieren einen Patienten mit Herzinfarkt. (4. Mai 2006)
Keystone

Wer erhöhte Blutdruckwerte hat, dem empfiehlt der Arzt häufig, weniger salzig zu essen. Ein dauerhaft erhöhter Salzkonsum steht im Verdacht, den Blutdruck im Körper zu steigern. Die Volkskrankheit ist zwar für den Betroffenen kaum spürbar, doch sie ist deshalb so gefürchtet, weil durch die hohe Fliessgeschwindigkeit des Blutes die Arterien geschädigt werden. Herzkrankheiten, Schlaganfall und Infarkt können die Folge sein.

Seit einiger Zeit weiss man jedoch, dass die Zusammenhänge zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck nicht ganz so einfach sind. Über die Regulation des Salzhaushaltes und die Wasserabgabe als Harn wird zwar tatsächlich das Blutvolumen und damit der Blutdruck eingestellt. Doch bislang streiten sich die Forscher darüber, ob das Salz, das wir essen, wirklich der Übeltäter ist. Auch eine grossangelegte Literaturübersicht, die von der renommierten Cochrane Collaboration veröffentlicht wurde, brachte nicht wirklich Licht ins Dunkel. Eine salzarme Diät reduziere die Sterblichkeit bedingt durch Bluthochdruck nicht, schrieben die Forscher.

Gene im Verdacht

Fest steht, dass sogenannte Lebensstilfaktoren einen Einfluss haben. Dazu gehören Rauchen, Alkoholkonsum, Stress, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. In letzter Zeit mehrte sich der Verdacht, dass auch genetische Faktoren für Bluthochdruck verantwortlich sein können. Nun konnten Forscher vom Max-Planck-Institut erstmals ein bestimmtes Gen identifizieren, das verantwortlich ist für den Salzhaushalt im Blut und somit den Bluthochdruck bestimmt.

Die Forscher wiesen nach, dass ein Defekt des Gens, das auf die komplizierte Bezeichnung SLC4A5 lautet, zu Bluthochdruck führt. Sie schalteten dazu bei Labormäusen das verdächtigte Gen aus und simulierten so den Defekt. Die Niere der Tiere hielt tatsächlich übermässig viel Salz und Wasser zurück. Durch das erhöhte Blutvolumen stieg bei den Nagern der Blutdruck. Sie erkrankten an arterieller Hypertonie, wie der Arzt die Krankheit nennen würde.

«Aus grossen Untersuchungsreihen an Patienten war uns eine ganze Reihe von Genen bekannt, die alle irgendwie mit Bluthochdruck in Zusammenhang gebracht werden konnten. Welche Rolle die jeweiligen Gene im Einzelnen spielen, blieb dabei häufig unklar», sagt Studienleiter Thomas Böttger. Nun scheint man einen bedeutenden Schritt weiter.

Die Forscher wollen nun in einem weiteren Schritt untersuchen, wie gross der Anteil der Patienten ist, bei denen eine Veränderung des Gens für Bluthochdruck verantwortlich ist. Sie erhoffen sich, einen Ansatz zur Behandlung der Volkskrankheit gefunden zu haben.

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