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Chinas leichtfertiger Umgang mit Antibiotika

In China sind Krankheitskeime, die gegen Antibiotika resistent sind, auf dem Vormarsch. Die WHO warnt vor einer leichtfertiger Anwendung. Doch für die Spitäler ist das Geschäft mit dem Medikament viel zu lukrativ.

Die Tuberkulose ist auf dem Vormarsch: In einem Spital in Peking.
Die Tuberkulose ist auf dem Vormarsch: In einem Spital in Peking.
Keystone

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Gesundheitsministerium warnen eindringlich vor einem zu laxen Umgang mit Antibiotika. Gesundheitsminister Ma Xiaowei riet Ärzten und Krankenhäusern zu einem «vernünftigen und wissenschaftlichen Umgang» mit Antibiotika.

Seinen Angaben zufolge sind in China bereits 6,8 Prozent der Tuberkulose-Fälle auf multiresistente Krankheitserreger zurückzuführen. Diese Keime sprechen auf keine der heute verwendeten Antibiotika an. In den Industrienationen liege die Rate bei 2 Prozent, sagte WHO-Vertreter Michael O'Leary.

Antibiotika können bei zu häufiger und leichtfertiger Anwendung zu Resistenzen bei den Keimen führen, die sie eigentlich bekämpfen sollen. In China wird das Problem der resistenten Tuberkulose-Keime noch dadurch verstärkt, dass in weiten Teilen des Landes keine angemessene Versorgung der Erkrankten sichergestellt werden kann.

Ein einträgliches Geschäft

«Krankheiten, die durch multiresistente Erreger ausgelöst werden, sprechen sehr oft nicht auf die herkömmlichen Behandlungsmethoden an», erklärte O'Leary. Die Behandlung sei dann insgesamt komplizierter, dauere länger und koste mehr. Problematisch sei, dass neue Antiobiotika nicht in dem Masse schnell entwickelt werden könnten, wie die Resistenz bestimmter Krankheitskeime zunehme.

In China ist der leichtfertige Umgang mit Antibiotika weit verbreitet, weil die Krankenhäuser dadurch ihre Einnahmen steigern können. Weltweit treten nach WHO-Angaben jährlich rund 440'000 neue Tuberkulose-Fälle auf, die durch multiresistente Keime hervorgerufen werden. Von den Neuerkrankten stürben 150'000.

(dapd)

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