Damit Essen satt macht statt krank

Es reicht nicht, einzelne Stoffe in Lebensmitteln, etwa Transfette, zu verteufeln.

Je höher der Verarbeitungsgrad, desto mehr Zucker, Fette, Schadstoffe und chemische Hilfsmittel stecken im Essen.

Je höher der Verarbeitungsgrad, desto mehr Zucker, Fette, Schadstoffe und chemische Hilfsmittel stecken im Essen. Bild: Pixabay, Pexels

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Wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den kommenden fünf Jahren einen der gefährlichsten Stoffe aus allen Lebensmitteln weltweit verbannt, dann ist das ein wichtiges Signal. Die sogenannten Transfette aus technisch gehärteten Ölen sind reines Gift für Herz und Gefässe.

Zu reichlich kommen sie in industriell stark verarbeiteter Nahrung wie Margarine, Backfetten und in mit diesen Fetten hergestellten Produkten wie Kartoffelchips, Blätterteig, Gebäck und Fertigmenüs vor. Aufgeführt sind sie etwa als «pflanzliches Fett, teilweise gehärtet». Hersteller verwenden sie oft, da sie länger haltbar sind als andere Fette. Transfette sind wohl für bis zu 500'000 Todesfälle pro Jahr weltweit verantwortlich. Der Bann war lange überfällig. Er wird zu Recht gelobt.

Industrielle Verarbeitung reduzieren

Ob die WHO mit ihrer Grossinitiative die globale Ernährung verbessern wird, ist allerdings eine andere Frage. Denn es sind nicht nur die Transfettsäuren, welche die industrielle Fertignahrung so gefährlich machen. Je höher der Verarbeitungsgrad, desto mehr Zucker, Fette, Schadstoffe und chemische Hilfsmittel stecken im Essen – und desto schneller und reichlicher lässt sich dieses Essen auch verzehren.

Die Folgen sind bekannt. Selbst in den Entwicklungsländern werden die Menschen immer dicker und morbider, Volksleiden wie Diabetes und Herzkreislauferkrankungen nehmen zu – in Indien etwa ist die Rede von einer «Diabetes-Epidemie».

Es reicht daher nicht, einzelne Stoffe im Essen zu verteufeln und auszugrenzen. Erst wenn die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln als Ganzes reduziert, aufs Notwendige beschränkt wird, macht Essen anstatt krank wieder das, was es soll: satt.

Erstellt: 21.05.2018, 19:50 Uhr

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