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Das wandelbare Virus

Am Welt-Aids-Tag verweisen Experten und Politiker auf die Fortschritte im Kampf gegen Aids mit Medikamenten. Doch das Virus passt sich schnell an und muss mit neuen Methoden ausgetrickst werden.

«Die Weitergabe von Aids bei einer Geburt kann inzwischen verhindert werden»: US-Aussenministerin Hillary Clinton.
«Die Weitergabe von Aids bei einer Geburt kann inzwischen verhindert werden»: US-Aussenministerin Hillary Clinton.
Keystone
Ist auch an den Diskussionen beteiligt: Jim Yong Kim, der Präsident der Weltbank.
Ist auch an den Diskussionen beteiligt: Jim Yong Kim, der Präsident der Weltbank.
AFP
Wegen des Medikaments wird die Verwendung von Kondomen zusehends nachlässig betrieben, was zu neuen Ansteckungen führen kann.
Wegen des Medikaments wird die Verwendung von Kondomen zusehends nachlässig betrieben, was zu neuen Ansteckungen führen kann.
Reuters
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US-Aussenministerin Hillary Clinton hat zu neuen Anstrengungen im Kampf gegen Aids aufgerufen. «Wir wollen das Ziel einer Aids-freien Generation erreichen», sagte Clinton nach Eröffnung der Welt-Aids-Konferenz in Washington.

«Das ist ein Kampf, den wir gewinnen können. Wir sind schon so weit gekommen», sagte Clinton und kündigte zusätzliche millionenschwere Investitionen der USA in die weltweite Forschung, Behandlung und Prävention an. «Die USA haben sich dem Ziel einer Aids-freien Generation verschrieben und das wird so bleiben. Wir werden nicht nachlassen.»

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüsste die Ankündigung neuer Investitionen. Eine Sprecherin kritisierte aber, dass die USA die Produktion und Verteilung generischer HIV-Medikamente immer noch nicht genug unterstützten.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria veröffentlichte neue Zahlen, nach denen die Organisation im Juni 2012 rund 3,6 Millionen HIV-Infizierte mit Medikamenten versorgte – etwa 600'000 mehr als Ende 2010. Die Zahl der HIV-infizierten Mütter, deren Medikamente der Fonds finanziell unterstützt, stieg auf 1,5 Millionen.

Zunehmende Resistenz gegen Medikamente

Zum Beginn der 19. internationalen Aidskonferenz in Washington warnte eine Studie vor zunehmenden Resistenzen von HI-Viren gegen gängige Medikamente. Das Phänomen betrifft mehrere Regionen Afrikas, wie aus der in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlichten Untersuchung hervorgeht.

Binnen acht Jahren breiteten sich demnach gegen bestimmte Arzneimittel resistente Viren im Osten Afrikas von rund einem auf 7,3 Prozent der unbehandelten Infizierten aus. Im südlichen Afrika sei die Quote von einem auf 3,7 Prozent angestiegen, heisst es weiter. Eine ähnliche Tendenz gab es den Angaben zufolge in West- und Zentralafrika. So greifen die Medikamente irgendwann nicht mehr und müssen durch eine neue Arzneikombination ersetzt werden. So gilt erst die gleichzeitige Einnahme von drei Medikamenten als relativ sicher, wie «The Lancet» schreibt.

Neue Medikamente für ärmere Regionen

Etwa 90 Prozent aller weltweit rund 34 Millionen HIV-Infizierten leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. Im vergangenen Jahr erhielten etwa acht Millionen Menschen in ärmeren Regionen Medikamente gegen die Krankheit.

Die festgestellten Resistenzen betreffen laut der Studie HIV-1-Stämme, gegen die eine bestimmte Medikamentenklasse nicht mehr wirkt. Sie lassen sich mit anderen Arzneimitteln behandeln, die aber in der Regel wesentlich teurer sind.

Um eine Ausbreitung der Resistenzen zu verhindern, empfiehlt die von der Bill- und Melinda-Gates Stiftung und der Europäischen Union finanzierte Untersuchung vor allem, Therapien nicht abzubrechen und Medikamente jeden Tag regelmässig einzunehmen. Die Politik rufen die Autoren auf, den Nachschub an Arzneimitteln in die Bedarfsländer sicherzustellen.

Elton John hielt Plädoyer für Aids-Kranke

Popstar Elton John hat vor Ärzten, Forschern und Regierungsvertretern aus aller Welt ein Plädoyer für Aids-Kranke gehalten. Auf der Internationalen Aids-Konferenz in Washington sagte er: «Wir müssen Schande mit Liebe ersetzen. Wir müssen das Stigma mit Mitgefühl ersetzen.»

John, der eine Stiftung zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit gegründet hat, erinnerte an seinen eigenen selbstzerstörerischen Lebensstil in früheren Jahren, der ihn fast umgebracht hätte.

Auf dem weltgrössten Aids-Treffen, das zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren in den USA stattfindet, diskutieren rund 25'000 Teilnehmer noch bis Freitag über neue Fortschritte und Studien im Kampf gegen die HIV-Epidemie.

(SDA)

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