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Der Albtraum jedes Organspenders

Man füllt eine Verfügung aus, dass nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen. Und auch welche. Nur waren es dann im Ernstfall die Falschen. So passiert in Grossbritannien.

Fehler in den Organspenderlisten der britischen Behörden haben in den letzten Jahren offenbar zu mehreren Irrtümern bei Transplantationen geführt. Die britische Zeitung «Sunday Telegraph» berichtete am Sonntag von fehlerhaften Einträgen. Die allermeisten blieben folgenlos. Etwa 20 in den vergangenen Jahren verstorbenen Spendern seien aber nach ihrem Tod wegen der Datenpanne andere Organe entnommen worden als von ihnen gewünscht, schrieb das Blatt.

Der Nationale Gesundheitsdienst wollte die Zahlen weder bestätigen noch dementieren. Eine Behördenmitarbeiterin betonte indes, die Fehler seien inzwischen ausgeräumt. «Es besteht keine Gefahr, dass heute noch falsche Daten verwendet werden», sagte sie.

Selber verraten

Die Irrtümer traten zutage, als die Organisation für Blutspenden und Transplantationen im vergangenen Jahr potenzielle Spender anschrieb und ihnen dafür dankte, dass sie sich in der Datenbank registriert hatten. In diesen Schreiben war auch aufgeführt, welche Organe die Adressaten angeblich spenden wollten. Einige von ihnen schrieben daraufhin zurück, die Angaben seien falsch.

Bei einer Überprüfung der Datenbank stellten sich laut «Sunday Telegraph» dann die Einträge zu insgesamt 800'000 Spendewilligen als falsch heraus. 45 von ihnen seien bereits gestorben, und in etwa der Hälfte dieser Fälle seien den Toten andere Organe entnommen worden als von ihnen gewünscht, schrieb die Zeitung.

ddp

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