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Der Neuanfang nach Folter und Gewalt

Eine Ausstellung wird im Dezember das Leben von eingewanderten Menschen zeigen, die von Ambulatorien für Folter- und Kriegsopfer in Bern und Zürich betreut werden – als Porträts in Text und Bild.

«Mit der schwierigen Erinnerung in der sicheren Fremde» – dieser Titel überschreibt die Lebensläufe von 16 Menschen, die in der Schweiz ein neues Leben begonnen haben, nachdem Krieg oder Folter ihr einstiges Dasein erschüttert hatten. Die Texte und Interviews stammen von Anna Neubauer und der Soziologin Martina Kamm, die am Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien der Universität Neuenburg arbeitet. Begleitet von Fotografien von Meinrad Schade erzählen sie in sachlichem Ton von den Erlebnissen der Frauen und Männer und vom Versuch, in der fremden Schweiz wieder Fuss zu fassen.

Eine Aufgabe, die angesichts von Folgeschäden durch Folter- und Kriegserlebnisse nur schwer zu bewältigen ist – selbst mit Unterstützung durch Fachleute an den Ambulatorien für Folter- und Kriegsopfer, die, neben Bern und Zürich, auch in Genf und Lausanne unterhalten werden. Die Porträtierten leiden, wie viele andere Betroffene auch, an Beschwerden wie Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder chronischen Schmerzen, wie etwa Herr H., der am linken Unterschenkel häufig friert und dessen Ärzte seine Beschwerden in der Herzgegend nicht recht erklären können.

Die Porträtierten stammen aus zehn verschiedenen Ländern: aus Kosovo, der Türkei, Darfur im Sudan, Tschetschenien… - jenen Weltregionen, die man aus Schlagzeilen kennt, die nichts Gutes verheissen. Doch während die aktuellen Meldungen sich häufig auf das politische Geschehen und das Mitzählen der Todesopfer beschränken, erschwert es gerade die zurückhaltende Form der Porträts, sich instinktiv abzuwenden, wie es die Flut schlechter Nachrichter im Alltag nahelegt. Ein erster Schritt, um sich auf beängstigende Wirklichkeiten einzulassen – und auf Menschen, deren Versuche, in der Schweiz ein neues Leben zu beginnen, auch für unbelastete Betrachter ermutigend sind.

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