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Die Krankheit der Kreativen

Man schläft nicht mehr, versteht alles, fühlt sich wie ein König. Eine bipolare Störung kann sich toll anfühlen. Umso schwerer fällt die Einsicht, dass man krank ist. Ein Betroffener erzählt.

Nach mehreren Anläufen hat Oliver einen Umgang mit seiner Krankheit gefunden. Foto: Doris Fanconi
Nach mehreren Anläufen hat Oliver einen Umgang mit seiner Krankheit gefunden. Foto: Doris Fanconi

Die Nacht hat sich in Olivers Erinnerung eingebrannt. Wie sie glühte, flirrte, vibrierte. Und er mit ihr, als er mit dem Sportwagen durch die Strassen bretterte. Der Wagen war nicht sein Wagen, aber das spielte keine Rolle. Er war barfuss, die Schuhe hatte er zum Fenster hinausgeworfen, warum, wusste er nicht mehr. Auch sonst stand er ziemlich neben den Schuhen, aber davon bemerkte Oliver nichts. Seit fünf Tagen hatte er nicht mehr geschlafen, und etwas trieb ihn an, ein nicht enden wollendes Hoch, wie auf Drogen. Doch Oliver hatte keine Drogen genommen. Es war seine Krankheit, die ihn fliegen liess. «Der Zustand ist einfach zu schön», sagt er. «Aber was danach kommt, ist richtig beschissen. Man hinterlässt einen gigantischen Scherbenhaufen.»

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