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Die «Schnudernase»: Manchmal mehr als nur lästig

Die laufende Nase und der gelbe «Schnuder» sind Kennzeichen einer akuten Nasenentzündung, die vorab in den kalten Monaten auftritt. Meist wird der Körper selbst damit fertig. Es sei denn, es sind Bakterien mit im Spiel.

Der kratzende Rachen, die anschwellenden Schleimhäute, die rinnende und bald einmal verstopfte Nase, oft verbunden mit diffusem Kopfweh sind die lästigen und schmerzhaften Anzeichen einer Erkältung. Und obschon das Thermometer keine erhöhte Temperatur anzeigt, fühlt man sich schnell fiebrig, wenn sich der Körper gegen die Verursacher zur Wehr setzt. Meistens sind Viren die Verursacher des ärgerlichen «Pfnüsels», wogegen kein Kraut gewachsen ist. Tee trinken und abwarten heisst die gängige Devise.

2 bis 3 Mal pro Jahr

Die Erkältung, fachmännisch akute Rhinitis genannt, tritt insbesondere in den kalten und nassen Herbst- und Wintermonaten auf. In der Regel sind wir alle dafür empfänglich. 2 bis 3 Mal, Kinder häufiger, stecken wir uns jährlich mit einer viralen Erkältung an. Mit angepasster Immunabwehr und wirkungsvollen Vorsichtsmassnahmen halten wir uns jedoch viele Viren vom Leibe.

Eine laufende oder verstopfte Nase kann aber auch ein Dauerzustand sein, man spricht von einer chronischen Rhinitis oder Rhinosinusitis, bei einem Drittel dieser Patienten sind Allergien, zum Beispiel gegen Milben oder Tierhaare, im Spiel. Diese andauernde Inflammation unterscheidet sich grundlegend vom viralen Infekt, weist jedoch dieselben Anzeichen auf. Der Berner Arzt Markus Reimers, Hals-, Nasen-, Ohrenspezialist, erklärt: «Die Nase reagiert nur in einer Form, sie schwillt an, rinnt, juckt und verursacht einen Druck im Mittelgesicht.» Wichtig zu wissen jedoch ist, erklärt Reimers, dass eine chronische Rhinitis wirkungsvoll mit Medikamenten behandelt werden kann und dass Menschen, die daran erkranken, leider auch anfälliger auf virale Infekte sind.

Im Prinzip lassen sich die Symptome der viralen Erkältung nur lindernd behandeln. Als Hausmittel waren vor Jahren vor allem heisse Dämpfe angesagt, heute wird oft die Spülung der Nase mit Salzwasser empfohlen. Möglich sind auch abschwellende Nasensprays, die ohne Rezept erhältlich sind. Nasensprays, die Cortison enthalten, helfen eher präventiv und sind rezeptpflichtig. Gewöhnlich klingt eine solche Erkältung innerhalb einer Woche ab. Welches Organ betroffen ist – ob Nase oder Nasennebenhöhlen, Rachen bis Bronchien oder das Ohr –, hängt von der Art des Virus ab. «Es gibt über 200 unterschiedliche Viren», begründet Reimers den variantenreichen Angriff auf die Schleimhäute. Nur wenige Prozent der Patienten erkranken an einem bakteriellen Infekt.

Viral oder bakteriell?

Wie aber erkennt man eine bakterielle Infektion? «Wir können weder von den Symptomen noch vom Nasensekret unterscheiden, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion handelt», sagt Markus Reimers und erteilt auch eine Absage an jene, die meinen, der gelblich-grüne «Schnuder» sei ein klares Anzeichen für Bakterien. Zwar könne das Nasensekret auf Bakterien analysiert werden, doch die Untersuchungen lieferten meist keine verlässlichen Resultate: «Die Nase ist stets mit Bakterien besiedelt, von denen man nie recht weiss, welche zu einer Infektion führen.» Diese Unsicherheit veranlasst viele Patienten, vorschnell auf eine Therapie mit einem Antibiotikum zu setzen. Viren lassen sich jedoch davon nicht beeindrucken. Ein Zuviel an Antibiotika hingegen bewirkt, dass sich resistente Bakterien entwickeln können.

Wann Antibiotikum

Reimers rät als Faustregel zu folgendem Vorgehen: Falls nach einer Woche die Intensität der Erkältung nicht nachlässt oder die Nase und Nasennebenhöhlen einseitige Symptome zeigen, dann soll eine Antibiotikum-Kur angeordnet werden. Bei Kindern wartet man in der Regel bis zu zwei Wochen oder ordnet sie dann an, wenn noch Fieber über 39 Grad, einseitige Gesichtsschmerzen oder -anschwellungen hinzukommen. « Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel als zu wenig mit Antibiotika behandeln», sagt Reimers, denn: «Eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen kann, wenn auch in seltenen Fällen, zu einer Hirnhautentzündung führen und sich in den Augenhöhlen verbreiten.» Ein genereller Fehler sei, wenn man nur ein Antibiotikum gibt, ohne jedoch mit geeigneten Mitteln die Schleimhäute abzuschwellen.

Eine verstopfte, trockene oder fliessende Nase kann auch anatomische Gründe haben und in diesem Fall chirurgisch mit minimalinvasiven Eingriffen behoben werden.

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