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Ebola erreicht Afrikas bevölkerungsreichstes Land

Das gefährliche Ebola-Virus ist in Nigeria angekommen: Ein 40-jähriger Liberianer ist daran gestorben. Die Krankheit war ausgebrochen, als er gerade im Flugzeug sass.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Das Ebola-Virus breitet sich in Westafrika aus: Erstmals ist in Nigeria ein Mensch an der gefährlichen Krankheit gestorben. Bei dem Opfer handele es sich einen 40 Jahre alten Liberianer, der Anfang der Woche angekommen und am Freitag in einer Klinik in Lagos gestorben sei, sagte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu in Abuja. Die Chefin der medizinischen Dienste in Liberia identifizierte den Toten als Regierungsangestellten im Finanzministerium.

An allen Eingangstoren nach Nigeria – zu Land, zu Luft und zu Wasser – herrsche Alarmstufe Rot, sagte Chukwu. Dorthin seien Spezialisten seines Ministeriums geschickt worden. Auch die aktive Überwachung sei verstärkt worden. Behörden hätten Kontakt mit all jenen aufgenommen, die mit dem Verstorbenen in Kontakt gekommen sein könnten.

Schwester war an Ebola gestorben

Der Mann hatte auf einem Flug von Liberia nach Nigeria hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall und wurde daraufhin direkt von der Maschine in ein Krankenhaus gebracht und unter Quarantäne gestellt. Am späten Dienstagabend wurde er in einer Universitätsklinik in Lagos positiv auf Ebola getestet.

Laut der Leiterin der ärztlichen Dienste in Liberia, Bernice Dahn, hatte der Regierungsbeamte zuvor seine Schwester an Ebola verloren. Als sie gestorben sei, hätten die Kollegen irgendwie Angst vor ihm gehabt, sagte die Medizinerin. So seien etliche Anrufe mit der Frage eingegangen, ob es ratsam für ihn sei, zur Arbeit zu gehen.

Anweisung der Behörden missachtet

Doch der Beamte sagte, er habe keinen körperlichen Kontakt zu seiner Schwester gehabt. Doch wurde er später angewiesen, 21 Tage zu Hause zu bleiben. Offensichtlich ging er aber trotzdem zur Arbeit. Wie der Mann an Bord eines Flugzeugs gelangen konnte, war zunächst unklar. In Nigeria wollte er an einer internationalen Konferenz teilnehmen.

In Nigeria sind Flughäfen und Häfen unterdessen in Alarmbereitschaft. Spezialisten seien im Einsatz, um Einreisende mit möglichen Symptomen des Virus zu identifizieren, erklärte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu.

Ebola ist eine der tödlichsten Krankheiten der Welt. In Sierra Leone, Liberia und Guinea sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bei der jüngsten Epidemie bereits mindestens 660 Menschen daran gestorben. Mindestens 1093 Menschen in Westafrika sind mit dem Virus infiziert.

AP/AFP/fko

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