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Ebola-Medikament ZMapp aufgebraucht

Patienten reagierten positiv auf ein experimentelles Medikament gegen Ebola. Die hergestellte Menge ist aber noch zu klein.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Die Ebola-Epidemie belastet zunehmend Verkehrsverbindungen, Handel und Reisen in Afrika. Erneut hat Senegal seine Grenzen zum Nachbarstaat Guinea geschlossen. In Südafrika gilt ein Einreiseverbot für Personen aus den vier betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone.

Von der Schliessung der Grenze Senegals zu Guinea sind auch Flugzeuge und Schiffe betroffen, die von dort sowie aus Sierra Leone und Liberia kämen, berichtete die senegalesische Agentur APS.

Solche Massnahmen und die Ausweitung von Quarantäne-Gebieten in den direkt betroffenen Ländern hätten den Handel vielerorts zum Erliegen gebracht, mahnte die Welthungerhilfe. Dadurch drohe eine Versorgungskrise.

1427 Ebola-Tote

Die Zahl der registrierten Ebola-Todesfälle in Westafrika stieg in den vergangenen Tagen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich an. Am 19. und 20. August seien aus den betroffenen Ländern 77 neue Todesfälle gemeldet worden, teilte die WHO in Genf mit.

Damit sind nach offiziellen Angaben bislang 1427 Menschen durch die Epidemie ums Leben gekommen. WHO-Experten gehen allerdings seit längerem davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer bei Ebola-Opfern gibt. Wie viele Menschen in der Region bislang an dem Virus gestorben sind, ist offenbar kaum abzuschätzen.

Vorsichtige Hoffnung

Gleichzeitig wurden vorsichtige Hoffnungen genährt, dass die Entwicklung eines wirksamen Heilmittels möglich ist: Die WHO teilte mit, Ebola-Patienten in Liberia seien nach Behandlung mit dem experimentellen Mittel ZMapp auf dem Weg der Besserung.

Bei einer Krankenschwester und einem Arzt, die sich bei der Arbeit infiziert hatten, sei jeweils eine «deutliche Verbesserung» des Gesundheitszustands eingetreten. Der Zustand eines weiteren mit dem Präparat behandelten Arztes in Liberia sei zwar noch ernst, aber auch bei ihm sei eine Besserung zu beobachten.

In den USA waren am Donnerstag zwei an Ebola erkrankte und mit ZMapp behandelte Mediziner für geheilt erklärt worden. Sie hatten sich bei Hilfseinsätzen in Liberia infiziert und waren vor etwa drei Wochen mit einem Spezialflugzeug ausgeflogen worden.

Die Hilfe kommt spät

Allerdings sind nun laut WHO die Vorräte des Mittels aufgebraucht. Wann die US-Herstellerfirma wieder Dosen liefern kann, war unklar. Auch von anderen experimentellen Mitteln, die zur Therapie oder als Impfung verwendet werden könnten, gibt es laut WHO nur geringe Mengen. Für eine effektive Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in Westafrika hätten nach Schätzungen von Epidemie-Forschern zudem bereits bis zu 30'000 Menschen mit wirksamen Medikamenten behandelt oder vorbeugend geimpft werden müssen.

Die WHO hatte am 12. August angesichts der Ausweitung der Ebola-Epidemie grünes Licht für die Anwendung experimenteller Wirkstoffe gegeben. Über weitere Bemühungen zur Bereitstellung von Ebola-Medikamenten sollen am 4. und 5. September auf Einladung der WHO internationale Experten in Genf beraten.

Kritiker wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen werfen der WHO vor, dass ihre Hilfe im Kampf gegen die Krankheit zu spät komme und nicht ausreiche. Experten gehen davon aus, dass die Krankheit in diesem Jahr nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden kann.

SDA/kpn

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