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Ehec-Erreger: Weshalb die Quelle ein Rätsel bleiben könnte

Eine deutsche Politikerin befürchtet, dass die Quelle der Ehec-Epidemie nie gefunden wird. Gleichzeitig wurde in China ein Schnelltest für den Erreger entwickelt. Deutschland beklagt mittlerweile 25 Todesfälle.

Der Ehec-Erreger beschäftigt nicht nur die Labore in Deutschland: Probe in einem Labor in Wien.
Der Ehec-Erreger beschäftigt nicht nur die Labore in Deutschland: Probe in einem Labor in Wien.
Reuters
32 Proben des Sprossenliferanten waren sauber: Eine Laborantin untersucht Ehec-Erreger.
32 Proben des Sprossenliferanten waren sauber: Eine Laborantin untersucht Ehec-Erreger.
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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Laut der Bremer Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) könnte die Suche nach der Quelle des Ehec-Erregers ohne Erfolg bleiben. Es sei verständlich, dass die Bürger wissen wollten, wo der gefährliche Darmkeim herkomme, «wir wissen aber aus früheren Ausbrüchen, dass der Nachweis äusserst schwierig ist und auch häufig nicht vollständig gelingt», sagte Rosenkötter.

Es werde jedoch konsequent und mit Nachdruck an der Identifikation des Ursprungs gearbeitet. Mittlerweile seien rund 3800 Lebensmittelproben genommen worden. Es würden weiterhin Restaurants und Kantinen in Norddeutschland, wo es die meisten Krankheitsfälle gibt, untersucht. Zudem würden dort alle Betriebe überprüft, die Gemüse roh an Restaurants und Caterer weiterverkaufen.

Fast 2000 Infizierte

Auch die Spur, die zu dem niedersächsischen Sprossenerzeuger führte, werde weiter verfolgt. Es gebe weiterhin Indizien, dass dieser Betrieb am Ehec-Ausbruch beteiligt gewesen sein könnte, sagte Rosenkötter.

Mittlerweile seien mehr als 1900 Menschen mit dem Ehec-Erreger infiziert, sagte Rosenkötter weiter. Etwa 670 Patienten litten am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS), das bei Ehec-Infektionen auftreten und zum Tod führen kann.

Neuer Ehec-Schnelltest

Unterdessen entwickelte das chinesische Beijing Genomics Institute (BGI) einen neuen Diagnosetest zur Identifikation des gefährlichen Ehec-Erregers. Der Test ermögliche die Diagnose innerhalb von zwei bis drei Stunden und biete eine schnelle und sichere Identifizierung des Erregers, teilte das Unternehmen in Hamburg mit. Der Test leiste somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung der Ehec-Epidemie in Deutschland und Europa.

Die schnelle Entwicklung eines Medikaments gegen den Ehec-Erreger hingegen ist Experten zufolge unwahrscheinlich. «Ein Medikament zu entwickeln, ist keine einfache Sache», sagte der Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie der Universität Kiel, Stefan Schreiber, im ARD-«Morgenmagazin». Es dauere zwischen der Identifikation eines Ziels und der Einführung des Medikaments auf dem Markt ungefähr 20 Jahre. Medikamente, die gezielt auf diesen Keim losgeschickt würden, seien nicht die Antwort, fügte er hinzu.

Bereits 25 Todesopfer

Auch knapp einen Monat nach dem Ehec-Ausbruch kann keine Entwarnung gegeben werden. Die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim stehen, stieg auf 25 an, wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Berlin nach einem Spitzentreffen der Länder- und Bundesministerien für Gesundheit und Verbraucherschutz sagte. «Es ist leider auch nicht auszuschliessen, dass noch weitere Todesfälle zu verzeichnen sind», fügte er hinzu.

Auch könnten laut Bahr in den kommenden Tagen weitere Infektionen festgestellt werden. Dennoch gebe es auch eine positive Entwicklung. Die Anzahl der Neuinfektionen sei in den vergangenen Tagen fortwährend rückläufig gewesen. «Das heisst nicht, dass in einzelnen Regionen nicht ein Anstieg zu verzeichnen ist», fügte er hinzu. Die Verzehrs- und Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts würden weiterhin aufrecht erhalten. Der Verbraucherschutz und die Gesundheit der Bürger hätten oberste Priorität, betonte der Minister.

dapd/kpn

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