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Erst die junge Mutter, dann der Senior

Bislang stehen auf der Warteliste für Spender-Organe jene zuoberst, die am schwersten krank sind. Die Stiftung Swisstransplant will das ändern. Sie wirft eine heikle Frage auf: Sind alle Leben gleich viel wert?

Ein Berner Chirurg nach erfolgter Herztransplantation: Heute werden Organe gemäss der medizinischen Dringlichkeit zugeteilt.
Ein Berner Chirurg nach erfolgter Herztransplantation: Heute werden Organe gemäss der medizinischen Dringlichkeit zugeteilt.
Keystone

«Frauen und Kinder zuerst!» Was bei der Bergung von Schiffbrüchigen längst die Regel ist, soll künftig auch bei der Organisation von Organtransplantationen ein stärkeres Gewicht erhalten – zumindest wenn es nach der nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation (Swisstransplant) geht. Sie erachtet die Praxis, wie die Organe heute auf die wartenden Patienten verteilt werden, als problematisch und regt darum einen Paradigmawechsel an: Welcher Patient ein Herz, eine Leber oder eine Lunge erhält, soll nicht mehr in erster Linie davon abhängen, wie dringlich die Transplantation aus medizinischer Sicht ist, sondern wie nützlich für Patient und Gesellschaft. «Wieso kann man nicht einer jungen Mutter von drei Kindern den Vorrang geben vor einem alleinstehenden, aber schwerer erkrankten Senior?», umreisst Swisstransplant-Direktor Franz Immer das Dilemma.

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