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«Dann schreien die Medien gleich auf: Wie kann er nur!»

«Angela Merkels ‹Wir schaffen das!› war eher unglücklich gewählt»: Elisabeth Wehling vermisst eine demokratische Vielfalt in der Sprache. Foto: Volker Hartmann (Funke Foto-Services)

Hallo, ich rufe an als Vertreter der Fake-News-Branche.

Warum?

Ein Frame steht für all das, was ­unterschwellig mitschwingt, wenn wir einen Begriff gebrauchen?

Wer eine Phobie vor Mäusen hat, wird sich schon ekeln, wenn er das Wort hört?

Der Rechtspopulismus stellt nicht nur die unabhängigen Medien infrage, sondern auch die unabhängigen Gerichte. Dasselbe Framing?

Was tun, um dieser Mausefalle zu entgehen?

Unsere Sprache beruhe nur zu 2 Prozent auf ­rationalen Fakten und Einsichten, schreiben Sie. 98 Prozent seien Gefühle, Vorurteile, Mythen, Gerüchte, Bewegungen, die unbewusst mitschwingen. Wie konnte man das messen?

Klingt geheimnisvoll. Und konkret?

Das heisst, es geht eigentlich nie nur um die Sache?

Nehmen wir ein aktuelles Bespiel: die Zuwanderung.

Die Schweiz führt die Migrationsdebatte unter dem von einer Initiative gesetzten Begriff der «Masseneinwanderung». Ist die Haltung dazu durch den Frame vorentschieden?

Angela Merkel versuchte dies mit ihrem «Wir schaffen das!» – es bekam ihr politisch schlecht.

Die Botschaft der Empathie hat es schwerer als die Hassbotschaft. In Europa und in den USA sehen sich viele angesichts von Globalisierung und digitaler Revolution als Verlierer. Ist das Ressentiment hier deshalb gegenwärtig ­populärer als das Wohlwollen?

Nutzte er dazu Erkenntnisse aus der Hirnforschung?

Wenn man Sprache so bewusst und empathisch wählt, macht man sich aber der Political ­Correctness verdächtig – deren Ablehnung eine Ursache von Trumps Wahlerfolg gewesen zu sein scheint. Seine Wähler hielten ihm zugute, dass er aussprach, was andere nur dachten.

Was empfehlen Sie, um bewusst mit Sprache umzugehen?